Dießen-Fischen aber nicht – Glaser: Umweltverbände sind nicht die "bösen Buben"

Radweg Dießen-Raisting wird gebaut

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Zu einem Ortstermin am Beginn der „Raistinger Schleife“ trafen sich Raistings Bürgermeister Martin Höck mit Folkhart Glaser, Kreisvorsitzender Bund Naturschutz Landsberg, und Dießens derzeit amtierendem Bürgermeister Peter Fastl (v.li.).

Raisting – Nach der erneuten und wohl endgültigen Ablehnung eines neuen Planfeststellungsverfahrens zum Radweg Birkenallee durch die Regierung von Oberbayern war es Folkhart Glaser, Kreisvorsitzender Bund Naturschutz Landsberg, ein persönliches Anliegen, Stellung zu beziehen.

Er traf sich dazu mit Raistings Bürgermeister Martin Höck und Dießens derzeit amtierendem Bürgermeister Peter Fastl zu einem Ortstermin am Beginn der „Raistinger Schleife“ in Raisting.

Glaser wehrte sich gegen den pauschalen Vorwurf der Radwegbefürworter, die Umweltverbände und damit auch den Bund Naturschutz als Verhinderer eines straßenbegleitenden Rad- und Fußwegs entlang der Birkenallee von Dießen nach Fischen an den Pranger zu stellen. Vielmehr sei der Bau auf Grund der bestehenden Rechtslage nach dem Bundes- und Europäischen Naturschutzrecht in einem weiteren Planfeststellungsverfahren nicht genehmigungsfähig. Folkhart Glaser verschwieg aber nicht, dass er und der Bund Naturschutz den Schutzstatus des Ramsar-Schutzgebietes Ammersee-Süd inhaltlich voll unterstützen.

Die Umweltverbände hätten aber selbstverständlich ein hohes Interesse an einer gefahrlosen Radverbindung zwischen Dießen und Fischen. Hierzu sei gemeinsam mit den Gemeinden Dießen und Raisting sowie dem Landratsamt Landsberg die Planung für eine entsprechende Radwegverbindung zwischen diesen beiden Orten auf den Weg gebracht worden. Allerdings nur über den Umweg der „Raistinger Schleife“. Mit dem nunmehr beschlossenen Radweg von Dießen nach Raisting werde ein gefahrloser Anschluss an sie ermöglicht. Die Trassenführung werde wohl noch in diesem Jahr festgelegt, wobei drei Varianten zur Auswahl stehen. Die Ideallösung, nämlich ein straßenbegleitender Radweg entlang der Kreisstraße LL10/WM9, sei nicht möglich.

Raistings Bürgermeister Martin Höck gab seiner Freude Ausdruck über den Radweg Dießen-Raisting, weil ihn viele Ausflügler auch für eine Radlfahrt in den Pfaffenwinkel benutzen werden. Trotzdem bedauern er und Dießens Vize-Bürgermeister Fastl die Ablehnung des Radwegs Birkenallee, weil der Umweg über die Raistinger Schleife nur von wenigen Radlern angenommen werde. Man bevorzuge lieber die kurze, aber gefährliche Fahrt auf der engen Staatsstraße 2056 von Dießen direkt nach Fischen.

Folkhart Glaser stellte fest, dass die von den Gemeinden Pähl, Raisting und Dießen für viel Geld initiierte Machbarkeitsstudie zum Radweg Birkenallee „schlicht und ergreifend fachlich deutliche Mängel aufweist“. Es habe sich gezeigt, dass nur durch fachlich nicht begründete Abstufungen von betroffenen Lebensräumen die sogenannte „Erheblichkeitsschwelle“ unterschritten werden konnte. Wie mehrfach berichtet, würde die Trasse an der Birkenallee durch das streng geschützte Flora-Fauna-Habitat (FFH) mit Wiesenbrütern, Stelzvögeln und Pfeifengras gehen.

Und in Richtung Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer wünschte sich Glaser, dass die Gemeinde Pähl zeitnah ihren Beitrag zur Aufwertung der Raistinger Schleife leistet, indem sie den Weg auf ihrem Gemeindegebiet verbessert. „Dies wäre mal ein konstruktives Engagement und für alle Beteiligten, insbesondere die Radler, viel zielführender, als immer nur die Umweltverbände fälschlicherweise als die bösen Buben darzustellen.“

Von Dieter Roettig

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