In Raisting neue Schautafeln und Akustikstrecke eingeweiht

Erdfunkstelle verbindet 140 Länder

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Der „Wanderweg Erdfunkstelle“ in Raisting ist mit neuen Schautafeln und einer Akustikstrecke noch attraktiver. Das Bild zeigt bei der Eröffnung v. li. Bürgermeister Martin Höck, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Dr. Sabine Vetter und Dipl.-Ing. Hermann Martin vom Förderverein.

Raisting– Wenn Tante Erna von der Kabine ihres Kreuzfahrtschiffes vor den Seychellen zuhause in Wanne-Eickel anruft und vom Sonnenuntergang schwärmt, spielt die Erdfunkstelle Raisting eine zentrale Rolle.

Das Telefonat vom Indischen Ozean ins fast achttausend Kilometer entfernte Ruhrgebiet funktioniert nur über eine satellitengestützte Verbindung. Wobei Raisting einer der wichtigsten Hauptknotenpunkte des EMC-GEE-Netzes ist, von dem aus 140 Länder weltweit über Satelliten erreichbar sind. Aktuell läuft die Kommunikation von 6 500 Flugzeugen, 1 600 Frachtschiffen und 100 000 Kreuzfahrtschiffkabinen über die Antennenanlagen in Raisting.

Dies und noch viel mehr Imposantes und Interessantes erfahren die Besucher des fünf Kilometer langen „Wanderwegs Erdfunkstelle“ von drei neuen großen Infotafeln gegenüber dem EMC-GEE-Komplex, die in einem trotz Nieselregen feierlichen Akt enthüllt wurden. Eingeladen hatte dazu der „Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e. V.“ mit seiner Vorsitzenden Dr. Sabine Vetter. Neben der Vorstandschaft waren auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Raistings Bürgermeister Martin Höck unter den Gästen. Je eine der aufwendig gemachten Schautafeln wurde gespendet vom Verein, von der Betreiberfirma EMC-GEE und von Dipl.-Ing. Hermann Martin, der seit vielen Jahren Außenführungen durch das Antennengelände organisiert.

Er hatte auch die Idee zu den Infotafeln. „Die Gäste fragen mich ständig, was passiert hier eigentlich. Man sieht zwar die imposanten Antennen, hört aber nichts und merkt nichts von irgendwelchen Aktivitäten.“ Darum habe er in Bildern, Illustrationen und verständlichen Texten die Chronologie und Technik des Satellitenfunks und der weltweiten Kommunikation realisiert. Als Ergänzung zu den Schautafeln, die bereits am Radom stehen.

Bis zur Enthüllung durch die Sponsoren waren die Tafeln mit historischen Planen der Radom-Hülle verdeckt. Die Landrätin dankte den Initiatoren auch in ihrer Funktion als Vorsitzende des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel: „Die neuen Tafeln machen den berühmten Wanderweg durch die Erdfunkstelle mit ihren weithin sichtbaren Parabolantennen und dem historischen Radom noch attraktiver.“

Das zweite neue Highlight gegenüber den Schautafeln konnte die Landrätin mit Bürgermeister Höck gleich testen. Die sogenannte Akustikstrecke besteht aus zwei im Abstand von 37 Metern gegenüberstehenden Antennen mit einem Durchmesser von zwei Metern. Spricht man in eine Antenne, hört es derjenige an der anderen Antenne sehr deutlich. Die beiden Antennen wurden übrigens 2005 aus dem Elektroschrott gerettet und vom Förderverein restauriert.

Über eine Öffnung des Industriedenkmals Radom für interessierte Besucher konnte Dr. Sabine Vetter noch nicht Konkretes sagen. „Der Förderverein wartet auf eine Entscheidung von René Jakob, dem Geschäftsführer der Radom-Raisting GmbH.“ Sobald sich etwas tue, werde man es über die Internetseite www.radom-raisting.de des Fördervereins kommunizieren.

Von Dieter Roettig

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