Erster modernisierter Abschnitt im Weilheimer Rathaus eingeweiht

"Trutzburg" bürgerfreundlich gemacht

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Pfarrer Engelbert Birkle (li.) und sein evangelischer Kollege Eberhard Hadem segneten die modernisierten Räume.

Weilheim – Die zweijährige Bauzeit hat den Mitarbeitern im Rathaus, allen am Bau Beteiligten und mitunter auch den Besuchern einiges abverlangt. Letztere wurden auf immer wieder geänderten Wegen wie durch ein Labyrinth zu ihren Ansprechpartnern gelotst. Umso größer war die Erleichterung, als am Mittwoch die Einweihung des modernisierten Erdgeschosses gefeiert wurde.

Überschattet wurde das festliche Ereignis vom tragischen Arbeitsunfall eines 20-jährigen Weiheimers, der am Mittwochmorgen in Hohenpeißenberg auf dem Betriebsgelände einer Firma ums Leben gekommen war. Bürgermeister Markus Loth bat um eine Gedenkminute.

Blick ins sanierte Rathaus Weilheim

Wie sehr sich das Rathaus im Zuge der Sanierung verändert hat, fasste Loth zusammen: Die stark frequentierten Ämter Einwohnermeldeamt, Standesamt und Ordnungsamt sind hell und übersichtlich gestaltet, Glaselemente in und neben den Türen erleichtern jetzt die Kontaktaufnahme. Das edle Trauungszimmer zieren Werke des Altenstadter Künstlers Paul Ressl, im Zentrum sein Bild „Mariage“. „Ganz wichtig war uns der barrierefreie Zugang in alle Bereiche des Hauses“, betonte Loth.

3,15 Mio. Euro hat der im Frühjahr 2015 begonnene Um- und Neubau gekostet. Der komplette Abriss und Neubau des Westflügels war aufgrund statischer Mängel notwendig geworden: „Seine weitere Verwendung und Sanierung war nicht mehr möglich“, so der Bürgermeister. Mit dem Neubau konnten nicht nur freundlichere Räume geschaffen werden, dank geschickter Planung wurden funktionelle Büros dazugewonnen. Ein weiteres Schmuckstück ist im Dachgeschoss der großzügige Besprechungsraum, der laut Loth „dringend benötigt“ wurde. „Das umgestaltete Erdgeschoss“, freute sich der Rathauschef, „verbindet nun geschickt Alter und Moderne.“

Laufende Änderungen und „extrem schwierige Bedingungen“ auf der Baustelle haben den „plan3Architekten“ aus Schongau manches Kopfzerbrechen bereitet und zu Verzögerungen geführt. Erschwerend kam laut Architekt Fritz Weinberger hinzu, dass Handwerker oft nur schwer zu bekommen waren. Dem Stadtrat dankte er für schnelle Entscheidungen und der Verwaltung für ihre positive Haltung und gute Zusammenarbeit. Die nächsten Bauabschnitte – Umbau Vhs-Räume in Admiral-Hipper-Straße 18, Umbau Dachgeschoss zu Büroräumen, Fortsetzung der Deckensanierung – werden laut Weinbauer weniger Lärm- und Staubbelastung mit sich bringen, da die jeweiligen Bereiche entsprechend abgeriegelt werden können.

Lärm, Staub, EDV-Probleme, verärgerte Bürger: Personalratsvorsitzende Sabrina Braun umriss die schwierige Situation für die Mitarbeiter beim Dienstbetrieb inmitten der Baustelle. Bei Koordination und Informationsfluss sieht sie in den folgenden Bauphasen Verbesserungsbedarf.

Bevor feine Häppchen gereicht wurden und Schüler der städtischen Musikschule ihr letztes Ständchen zum Besten gaben, schritten die beiden Pfarrer zur ökumenischen Segnung. Was die Bürger von ihrem Rathaus erwarten, thematisierte Pfarrer Eberhard Hadem und bemerkte humorvoll: Von außen sei der „Trutzburg“ die Willkommenskultur im Inneren des Gebäudes kaum anzusehen. Pfarrer Engelbert Birkle spann den Gedanken weiter: „Viel menschliches Wohlwollen und Können verbirgt sich in diesem Haus.“

Von Maria Hofstetter

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