Realschullehrer über ihre Erfahrungen mit den IHK-AusbildungsScouts

Berufsorientierung mal anders

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Die beiden Realschullehrer Robert Geml und Birgit Wechsler.

Landkreis/Weilheim – In unserer Serie über die IHK AusbildungsScouts hat der Kreisbote Weilheim dieses Mal mit Birgit Wechsler und Robert Geml, Lehrer an der Realschule Weilheim und zuständig für Berufsorientierungsprojekte in der neunten Jahrgangsstufe, gesprochen.

Seit Sommer 2016 haben Sie an der Realschule Weilheim regelmäßig die

IHK-AusbildungsScouts zu Gast. Was begeistert Sie an diesem Projekt?

Wechsler: „Eine ganz zentrale Aufgabe in der neunten Jahrgangsstufe ist es, dass wir als Schule unsere Schüler bei der Berufsorientierung unterstützen und ihnen möglichst alle beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, die ihnen mit Abschluss der Realschule offenstehen. Die IHK-Scouts, die unseren Schülern sehr anschaulich ihre Ausbildung, ihren Beruf und ihren Arbeitsalltag vorstellen, geben einen sehr lebendigen Einblick in die Welt der Berufsausbildung.“

Geml: „Die Scouts ergänzen unseren bestehenden Maßnahmenkatalog sehr gut: So stehen wir in engem Kontakt zu dem Berufsberater der Agentur für Arbeit, der regelmäßig in die Schule kommt. Die Schüler der 9. Jahrgangsstufe besuchen bereits im Dezember das Berufsinformationszentrum. Es gibt Infoabende für Schüler und Eltern und, nicht zu vergessen, unsere jährliche Jobbörse, auf der sich immer etwa 20 bis 30 Unternehmen vorstellen. Das Spannende an den Scouts ist, dass wir dank ihnen häufig neue Firmen aus der Region kennenlernen. Das ist für uns alle, Schüler und Lehrer, eine echte Bereicherung.“

Wie läuft die Organisation der Schulbesuche ab?

Wechsler: „Gemeinsam mit der Projektkoordinatorin aus der Weilheimer IHK-Geschäftsstelle besprechen wir zunächst, welche Berufsbilder wir unseren Schülern gern näher bringen wollen. Dabei achten wir darauf, Berufe zu wählen, die zu den jeweiligen Wahlpflichtfächern passen. So hatten wir dieses Jahr für den kaufmännischen Zweig eine Kauffrau für Büromanagement und eine Industriekauffrau zu Gast. Zu den Schülern im naturwissenschaftlich-technischen Zweig kam ein Zerspanungsmechaniker und unsere Französischschüler durften eine Tourismuskauffrau begrüßen. Die Scouts kommen immer zu zweit und haben dann gemeinsam 45 Minuten Zeit, ihre Berufe vorzustellen und natürlich jede Menge Fragen zu beantworten.“

Und wie gefallen Ihren Schülern diese Stunden?

Geml: „Sie sind durchweg begeistert. Was nicht zu unterschätzen ist: Die Scouts kommen zu uns in die Schule, also in einen den Schülern vertrauten Raum. Das Treffen findet – blickt man aufs Alter – auf Augenhöhe statt. Das schafft einfach sehr gute Voraussetzungen. Sich mit nahezu Gleichaltrigen, die man eventuell noch vom Pausenhof kennt, über die Welt der Arbeit zu unterhalten, finden die Jugendlichen sehr interessant. Die Schüler sind in den Stunden zu 100 Prozent dabei und zeigen wirkliches Interesse an dem, was da vorn präsentiert wird. Das merken wir auch an den Fragen, die sie stellen. Und wir Lehrer freuen uns natürlich sehr, wenn wir ehemalige Schüler als Ausbildungsexperten wiedertreffen, die richtig professionell und anschaulich aus ihrem neuen Leben berichten.“

Würden Sie das Projekt auch anderen Schulen weiterempfehlen?

Wechsler: „Unbedingt! Die Scouts sind – wenn es um die Berufsorientierung unserer Schüler geht – die perfekte Ergänzung zu dem, was wir an der Schule anbieten können. Die IHK bereitet sie auf ihren Einsatz sehr gut vor. Darin eingeschlossen sind sogar Arbeitsmaterialien, die uns Lehrern wiederum helfen, den Besuch nachzubereiten. Somit ist auch dafür gesorgt, dass der Auftritt nicht gleich wieder verpufft. Für die Schule ist der Vorbereitungsaufwand minimal.“

Geml: „Und auch der regionale Bezug ist für alle Beteiligten sehr gewinnbringend. Es kommen immer Azubis zu uns, die bei Firmen in der Region ausgebildet werden. Da sind auch kleinere Unternehmen dabei, die im Alltag gar nicht so wahrgenommen werden. Da generell eine große Nachfrage nach Azubis besteht, freuen wir uns, dass wir diesen Firmen in gewisser Weise auch helfen, vielleicht den einen oder anderen Azubi für das nächste Ausbildungsjahr zu gewinnen. Damit unterstützen wir nicht zuletzt auch unseren Standort.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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