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Mehrweg statt Müll: Landkreis Weilheim-Schongau stellt Pfandsystem für Kaffeebecher vor

Gutes Gewissen to go

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Kaffee zum Mitnehmen – ohne schlechtes Gewissen: Dafür setzen sich (v.li.) Judith Dangel, Kreisentwicklung und Klimaschutz Landratsamt Weilheim-Schongau; Markus Loth, Bürgermeister Weilheim; Andrea Jochner-Weiß, Landrätin; Falk Sluyterman, Bürgermeister Schongau; Stefan Frenzl, Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus Weilheim und Meike Petro, Wirtschaftsförderung Schongau, ein.

Landkreis – Ob Muntermacher, Energielieferant oder einfach nur zum Genuss: Mal ehrlich, ohne den morgendlichen Kaffee geht bei vielen BürgerInnen im Landkreis gar nichts. Doch oft drängt die Zeit, weshalb das beliebte Schwarzgetränk gerne schnell und unkompliziert im praktischen Coffe-to-go Becher unterwegs verkostet wird. Stündlich landen so deutschlandweit zirka 320 000 Einwegbecher im Müll.

Das muss nicht sein, finden die Verantwortlichen im Landkreis und in den Städten Weilheim, Schongau, Penzberg. Um etwas gegen die enorme Müllverschmutzung sowie die Ressourcenverschwendung zu tun, wollen sie sich für die Einführung eines Pfandsystems für Kaffeebecher einsetzen. Mit „RECUP“ soll künftig ein umweltverträglicher Kaffeegenuss im ganzen Landkreis möglich werden.

Nicht nur in Großstädten wie München oder Berlin, sondern auch in Landkreisen und sogar in ganzen Regionen wie dem Allgäu hat sich das umweltfreundliche Mehrwegsystem bereits einen Namen gemacht. Das Prinzip dahinter ist dabei simpel, wie Judith Dangel vom Landratsamt, Kreisentwicklung und Klimaschutz, bei einem Pressegespräch erklärte. Der Kunde kauft in teilnehmenden Cafés, Bäckereien oder Tankstellen seinen Kaffee im Pfandbecher mit einem Euro Pfand. Anstatt in den Müll wandert der Becher zu einem beliebigen „RECUP“ Teilnehmer, der durch eine „RECUP App“ gefunden werden kann, zurück. Dort wird der Becher gründlich gereinigt und anschließend dem nächsten Kunden über den Tresen gereicht. Mindestens 500 Mal können die Becher dann zirkulieren, ehe sie ausgetauscht und recycelt werden, so Dangel.

Der jeweilige Betrieb muss die Becher nicht kaufen, sondern bekommt sie ebenfalls gegen einen Euro Pfand überlassen. Zusätzlich muss der Betrieb pro Tag einen Euro für Serviceleistungen, wie den Austausch der alten Becher oder Werbematerial, locker machen. Lediglich der Deckel muss separat gekauft und auch vom Kunden selbstständig gewaschen werden.

Davon profitieren nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel der Betriebe, da dadurch Kosten für Einwegbecher gespart werden können, nannte Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman einen weiteren Vorteil. Er hofft dabei, möglichst viele Betriebe in Schongau für das System gewinnen zu können.

Auch Weilheims Bürgermeister Markus Loth zeigte sich begeistert. Als Mitglied im Klimabündnis und als Fairtrade Stadt würde das Pfandsystem auch sehr gut nach Weilheim passen, so der Rathauschef.

"RECUP Kaffee-to-Go-Becher" bestehen aus recycelbarem Kunststoff.

Wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß erklärte, habe Jutta Liebmann, Standortförderung Weilheim, bereits vor einem Jahr versucht, das Projekt in der Kreisstadt zu etablieren. Mittlerweile sind die „RECUP Becher“ in sechs verschiedenen Betrieben in Weilheim (Biomichl, Café Plexx im Zauberberg, Cafe Rosalie, Café Sonnendeck, Eismanufaktur Leveni und Marmitas´s) erhältlich. Landkreisweit beläuft sich die Zahl der teilnehmenden Betriebe auf 16, in Penzberg sind es drei. In Schongau gibt es noch keine Mitglieder.

„Das System kann aber nur leben, wenn auch viele mitmachen“, betonte Landrätin Jochner-Weiß. Aus diesem Grund finden am Donnerstag, 31. Januar, um 15 Uhr in der Stadthalle in Penzberg und eine Woche später am Donnerstag, 7. Februar, um 15 Uhr, im Foyer der Tiefstollenhalle in Peißenberg Informationsveranstaltungen statt, um über das Thema ausführlich zu informieren. Neben Vertretern von „RECUP“, den Städten Schongau, Weilheim, Penzberg und des Landkreises werden laut Dangel auch Betriebe vor Ort sein, die bereits Erfahrungen mit dem Pfandsystem gemacht haben. So können sich alle Betriebe und Firmen sowie interessierte BürgerInnen einen Eindruck machen und austauschen. „Wir müssen anfangen nach den Recup Bechern zu verlangen“, appellierte Jochner-Weiß an jeden Einzelnen.

Bei genügend Anbietern erhält die jeweilige Stadt sogar noch ein eigenes Logo auf den umweltfreundlichen Kaffee-Bechern.

Von Maria Lindner

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