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Stadtrat muss Vorbild sein

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Gedanken und Empfehlungen zur Arbeit im Stadtrat: Nestorin Ragnhild Thieler (BfW). © Sofia Wiethaler

Weilheim – Als ältestes Mitglied des Stadtrates zog Kulturreferentin Ragnhild Thieler in ihrer Rede zum Jahresabschluss folgenden Vergleich: „Politik ist manchmal wie Theater.“ Mal großartig inszeniert, mal leicht durchschaubar, „und manchmal wartet das Publikum nur darauf, dass es endlich vorbei ist“.

Zunächst, so Thieler, sei die Arbeit im Stadtrat durch die Landtagswahl im Oktober geprägt gewesen, mit ausführlichen Wortmeldungen zu allen Themen. Letztlich gehe es jedoch nicht darum, das „Profilierungsbedürfnis Einzelner“ in den Vordergrund zu stellen, sondern „die Stadt in ihrer Vielfältigkeit und Ausprägung voranzubringen“, mahnte die Nestorin.

Einige Entscheidungen und Pläne für Vorhaben seien in dem Gremium teils heftig diskutiert und von „Bei-mir-nicht-Initiativen“ oder „Hauptsache dagegen-Aktionen“ begleitet worden. Als Beispiele führte sie die Entlastungsstraße, den Bahnhalt Au, den Umbau Am Riss oder eine Dreifach-Turnhalle im Maibaum-

park an. Bei kontroversen Diskussionen müsse der Stadtrat Vorbild sein, seine Arbeit offensiv in der Öffentlichkeit vertreten und deutlich machen, dass das Handeln immer auf das Wohl aller Mitbürger ausgerichtet sei.

„Demokratie lebt von der Beteiligung und Mitwirkung der Bürger“, wandte sich Thieler an das Plenum. Es brauche auch den Mut, „Perspektiven aufzuzeigen und neue Ideen situationsbezogen umzusetzen“. Bei Entscheidungen dürften Stadträte „nicht zum Spielball der Interessen Einzelner“ werden. Den rechten Maßstab zu finden sei für sie nicht immer einfach: „Es ist so leicht zu kritisieren, aber kaum einer weiß, was alles zu berücksichtigen und zu bedenken ist, um wirklich zu einer guten Lösung zu kommen.“

Im Jahr 2019 werde der Zusammenhalt ganz besonders gefordert sein, der Stadtrat dürfe sich nicht spalten lassen, blickte Thieler nach vorne. Das Motto „zuhören, nachdenken und dann erst entscheiden“ gelte für die Stadträte ebenso wie für Bürgerschaft und Presse.

Von Maria Hofstetter 

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