Kunstprojekt "500-Kirche im Licht" fasziniert an und in der Weilheimer Apostelkirche zirka 3 000 Besucher

Die Reformation visuell erlebt

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„Sichtbar wie nie zuvor“: Die Weilheimer Apostelkirche. Mehr Bilder von Philipp Geists phantastischer Lichtinstallation im Internet unter www.kreisbote.de.

Weilheim – Deutschlandweit feierte die Evangelische Kirche den 500. Jahrestag der Reformation. In Weilheim wurde das bedeutsame Ereignis mit einer glanzvollen Lichtinstallation an und in der Apostelkirche begangen.

Lichtkünstler Philipp Geist, ein gebürtiger Weilheimer, bespielte am Montag- und Dienstagabend Westfassade und Innenraum der Kirche mit einer beeindruckenden Lichtschau, die Luther und seine Lehre zum Thema hatte. Die weiße Westseite mit ihrem zentralen Turm bildete die Bühne für ein rhythmisches Farbenspiel, in dem sich geometrische Formen, Bilder aus Luthers Leben und Wortkaskaden mit seinen zentralen Botschaften abwechselten. Damit das Licht- und Farbenspiel eindrucksvoll zur Geltung kam, war die Straßenbeleuchtung vor der Kirche abgeschaltet worden. Künstlern und Veranstaltern war es mithilfe modernster Technik gelungen, dass Luthers Botschaft vom freien, nur Gott verpflichtetem Individuum auch 500 Jahre nach ihrer Verkündigung immer noch als hoch aktuell wahrgenommen wird.

Lichtinstallation Apostelkirche

Vom Himmel herabfallende Strahlen, schwebende Schwäne, imposante Farbspiele, Wünsche in mehreren Sprachen, dazu rhythmische Klänge: Martin Luther und die Menschen seiner Zeit hätten auf die Lichteffekte vermutlich entsetzt reagiert oder sie für ein göttliches Zeichen gehalten. Die Besucher genossen das Finale des Lichtkunstprojekts. Ihre Faszination über die sich im Licht immer wieder neu darstellende Kirche äußerte sich in bewunderndem Schweigen und begeisterten Kommentaren. „Ich erkenne unsere Kirche kaum wieder“, hieß es. Andere waren nach dem Weilheimer Lichtkunstfestival gespannt darauf, wie Philipp Geist das Projekt „Reformation“ umsetzen würde. Jugendleiter fanden das Projekt „verwirrend, aufklärend, spannend – wie die Reformation“.

Große Zustimmung kam auch von den Veranstaltern. „Staunende, begeisterte Menschen, bunte Fassaden. So stelle ich mir Kirche vor“, beschrieb Dekan Axel Piper seine Empfindungen. Pfarrerin Ulrike Fries-Wagner zeigte sich bewegt: „Ganz Weilheim war da. Unsere Kirche war sichtbar wie nie zuvor.“ Die Einträge im Gästebuch spiegelten dies ebenfalls wider. Im Gemeindehaus und im Innenhof der Kirche bot sich Gelegenheit zum Gespräch mit den kirchlichen Vertretern.

von Georg Müller und Maria Hofstetter

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