»Bleibe bayerische Patriotin«

Schropp tritt aus AfD-Kreistagsfraktion aus – Partei verliert alle Ausschusssitze

Regian Schropp
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Regina Schropp verlässt die AfD-Kreistagsfraktion aus privaten Gründen.

Landkreis – Regina Schropp schreibt in ihrer ohnehin schon schlagzeilenträchtigen, kommunalpolitischen Laufbahn ein weiteres Kapitel: Die ehemalige Frontfrau der Bayernpartei im Landkreis hat ihren Austritt aus der AfD-Kreistagsfraktion erklärt – und das nicht etwa aus politischen, sondern aus „privaten Gründen“, wie Schropp auf Nachfrage bestätigt.

Rückblende: Im Sommer 2019 standen Schropp und AfD-Kreischef Rüdiger Imgart noch in privater und politischer Einigkeit am Peißenberger Volksfestplatz. Das in Tracht gekleidete Paar demonstrierte damals gegen den Auftritt von Grünen-Bundeschef Robert Habeck beim „Politischen Abend“ im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Marktjubiläum. Schropp hatte zuvor sogar den Antrag an den Kreisausschuss gestellt, dass man Habeck doch bitte die Einreise in den Landkreis verweigern möge. Die skurrile Begründung: Der grüne Spitzenpolitiker habe sich „wiederholt bayernfeindlich geäußert“.

Nun, Habeck reiste dennoch in den Landkreis ein und sprach vor rund 2 000 Zuhörern beim „Politischen Abend“ in Peißenberg – während die „Gegendemonstration“ trotz der Vorberichterstattung in den bundesweiten Medien eher unbemerkt versandete.

Von der Bayernpartei zur AfD

Schropps Schulterschluss mit der AfD kam in der Bayernpartei nicht gut an. Sie distanzierte sich von ihrer damaligen stellvertretenden Generalsekretärin. Zum kompletten Bruch kam es schließlich, als Schropps Name auf der AfD-Kandidatenliste für die Kreistagswahl im vergangenen März auftauchte. Es wurde ein Antrag auf Parteiausschluss gestellt. Die AfD sei eine deutschnationale und in Teilen rechtsextremistische Partei, „deren Gedankengut den föderalen, liberalen und bayerischen Werten der Bayernpartei diametral entgegenstehen“, hieß es von der Kreisspitze der Bayernpartei. Schropp wiederum beklagte einen „extremen Linksrutsch“ bei der Bayernpartei.

Und jetzt kam es erneut zu einer „Scheidung“ – zwar nur auf privater Ebene zwischen Schropp und Imgart, aber mit Auswirkungen auf die Kommunalpolitik. „Ja, wir haben uns getrennt“, bestätigt Schropp auf Anfrage. Die Beziehung sei „unschön auseinandergegangen“: „Mit dem setz‘ ich mich nicht mehr an einen Tisch“, erklärt Schropp über ihren Ex-Lebensgefährten. Der Austritt aus der AfD-Kreistagsfraktion sei allein aus diesem privaten Anlass erfolgt. Mitglied in der AfD sei sie nicht gewesen. Die Bayernpartei wolle ihr die Mitgliedsrechte nach wie vor entziehen. Das Verfahren würde aber noch laufen. Sie werde nun als fraktionsloses Mitglied dem Kreistag angehören. Ihre politische Einordnung umschreibt Schropp kurz und knapp: „Ich bleibe bayerische Patriotin.“ Imgart wiederum legt seiner ehemaligen Lebensgefährtin den kompletten Austritt aus dem Kreistag nahe, weil sie nicht zwischen Privatangelegenheiten und politischem Mandat trennen könne.

Alle Ausschusssitze verloren

Schropps Austritt trifft die AfD ziemlich empfindlich. Aufgrund der Arithmetik verliert sie ihre Ausschusssitze. In der jüngsten Kreistagssitzung, bei der Schropp nicht anwesend war, wurde das neue Personaltableau abgesegnet. Die AfD-Ausschusssitze gehen allesamt an die Fraktionsgemeinschaft von CSU, FDP und Bayernpartei. Demnach wird Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner (CSU) in den Kreisausschuss rücken, Hohenpeißenbergs Rathauschef Thomas Dorsch (CSU) in den Finanzausschuss, Saika Gebauer-Merx (FDP, Weilheim) in den Sozialausschuss, Barbara Fischer (CSU/Hohenfurch) in den Schulausschuss und Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) wird den Sitz im Umweltausschuss übernehmen.

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