Axel Piper erhält den Goldenen Ehrenring der Stadt Weilheim in Festsitzung des Stadtrates

Dekan der Herzen besonders geehrt

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Bei der Verleihung des Goldenen Ehrenrings an Axel Piper (mitte), überreichte Bürgermeister Markus Loth an Pipers Frau Sabine (li.) einen Blumenstrauß.

Weilheim – Als Bürgermeister Markus Loth die kleine Schatulle vergangenen Dienstag öffnete ging ein erstauntes Raunen durch den Saal des Stadttheaters: Grund war der darin enthaltene, funkelnde, aus 18-karätigem Gold bestehende Goldene Ehrenring der Stadt Weilheim. Diesen darf der Regionalbischof im Kirchenkreis Augsburg-Schwaben und langjährige Dekan in Weilheim, Axel Piper, von nun an sein Eigen nennen.

Diese besondere Auszeichnung kann nur an Persönlichkeiten verliehen werden, die durch „besondere Leistungen auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft, der Wirtschaft, des Sozialwesens oder des Öffentlichen Lebens das Wohl oder das Ansehen der Stadt gemehrt haben“, wie Loth bei der Verleihung im Rahmen einer Festsitzung des Stadtrates erklärte. Maximal zehn Personen dürfen diesen Ring gleichzeitig tragen, einziger Träger ist aktuell der frühere Dekan Ludwig Hauck. Nur der erste Bürgermeister, dessen Stellvertreter oder die Stadtratsfraktionen können zur Verleihung der Auszeichnung geeignete Persönlichkeiten vorschlagen. Axel Piper ist nun eine davon, das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung im November 2018 – und das nicht ohne Grund: 15 Jahre lang war Piper als Leiter eines der größten Dekanate in ganz Bayern (dieses umfasst 16 Kirchengemeinden in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg und Landsberg) und zeitgleich als Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde in Weilheim im Amt, welches er mit „großer Menschlichkeit und Freiraum für die jeweiligen Gemeinden geführt hat“, blickte Loth auf die gemeinsame Zeit zurück:

In dieser – zuvor war Piper neun Jahre lang Gemeindepfarrer in Lindau und danach fünf Jahre Referent für Konfirmandenarbeit und Gemeindepädagogik am Religionspädagogischen Institut in Heilsbronn gewesen – lagen ihm vor allem die Angebote für die Jugend und die Ökumene am Herzen. So konnte die evangelische Dekanatsjugend im Sommer 2013 ihre neuen Räume in der Münchener Straße 13 beziehen. Im damaligen katholischen Stadtpfarrer Hans Appel fand Piper „einen Bruder im Geiste“, die eine enge Freundschaft verband und „die Ökumene in unserer Stadt richtiggehend befeuerte“, so Loth. Auch der Neubau des Evangelischen Gemeindehauses ist zu einem nicht unerheblichen Teil Pipers Verdienst. Neben der Tradition, jeden Silvesterabend nach den Gottesdiensten auf dem Weilheimer Marienplatz zusammenzukommen und für Frieden in der Welt zu beten, war dem Geehrten auch der Dialog mit anderen Religionen wichtig. Besonders engagiert habe er sich für ärmere Menschen in und um Weilheim. Die Tafel unter dem Dach der Diakonie in der evangelischen Kirchengemeinde, das Mitwirken bei der Initiative „Weilheimer Menschen in Not“ oder die Verantwortung für das evangelische Kinderhaus in Weilheim sind einige Beispiele. Das Reformationsjubiläum 2017 habe Piper kurzerhand zur „Chefsache“ erklärt und eine Menge auf die Beine gestellt. „Trotz Ihrer vielfältigen Aufgaben haben Sie sich immer die Zeit genommen, Ihre Aufgaben als Vertreter der evangelischen Christen in Gesellschaft und Politik mit Ihrer Würde, Ihrer natürlichen Autorität und immer wieder mit gewandter Rede und Humor zu gestalten“, betonte der erste Bürgermeister, der im Anschluss zum „vertrauten Du“ wechselte und Piper den Goldenen Ehrenring überreichte. Damit sei der Geehrte in Zukunft zu allen feierlichen Veranstaltungen der Stadt eingeladen.

Stolz auf „unseren Dekan“ ist auch die stellvertretende Dekanin Bärbel Ehrmann. Jeder Mensch habe die Möglichkeit, mit seinem Wissen Verantwortung zu übernehmen. Aus der Entscheidung Pipers, vor 15 Jahren nach Weilheim gekommen und Zeuge der Botschaft Jesu geworden zu sein, durfte „unglaublich viel Segensreiches entstehen“, und „jetzt wird deine Wahl auch Segen im Kirchenkreis Augsburg bringen“.

Piper freute sich über die lobenden Worte sehr, betonte jedoch, dass er nur „Platzhalter“ für alle sei, die sich für Weilheim eingesetzt haben. „Wenn man gerecht wäre, müsste man den Ring in lauter kleine Goldstücke zermahlen“, so Piper, „das wäre aber schade.“ Es war ihm eine Freude, sich in und für Weilheim einzusetzen. Die dortigen Vertreter sowie die katholische Geschwisterkirche haben es einfach gemacht und ihn sehr unterstützt. Besonders betonte er das vertrauensvolle Miteinander und den verlässlichen Umgang mit der Stadt.

In seinen Dankesworten ging Piper auf die Rolle der Kirche ein, die ein Teil der Gesellschaft sei und mehr auf die Menschen zugehen müsse. Man müsse die Stimme der Kirche erheben, wenn das christliche Miteinander in Gefahr gerate und sich dafür einsetzen, dass Armut gelindert wird und eine Stadtgesellschaft respektvoll miteinander umgeht. „Bevor ich aber nahtlos in eine Predigt übergehe, sage ich nicht Amen, sondern Danke“, so Piper, „aus tiefstem Herzen“.

Von Maria Lindner

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