Wildtiere vor dem Tod retten

Rehkitzsucher aus Peißenberg stellt klar, wie wichtig diese Arbeit ist

Ein geborgenes Rehkitz.
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Ein geborgenes Rehkitz.

Peißenberg – Die Mahd hat heuer sehr früh begonnen. Während im letzten Jahr Ende Mai die ersten Wiesen gemäht wurden, war in diesem Jahr schon Ende der ersten Maiwoche das Gras so weit. Insbesondere seit dem letzten Jahr hat sich der Einsatz von Thermaldrohnen zum Auffinden von Rehkitzen in den Wiesen mehr als bewährt.

Andreas G. Wachlinger aus Peißenberg sucht nun schon das zweite Jahr ehrenamtlich mit seiner gewerblichen Drohne, welche ihren eigentlichen Zweck in der Bauwerksinspektion hat, für Landwirte und Jäger Rehkitze. Anhand seiner Erfahrung liege die Trefferquote bei 100 Prozent. „Die von mir abgesuchten Schläge (Wiesen) haben beim direkten Mähen im Anschluss der Suche kein totes Tier im Gras gehabt“, berichtet Wachlinger. In diesem Jahr habe er in zwei Tagen 18 Rehkitze auf circa 100 Hektar gefunden. Dafür ist er dann durchaus von 3 Uhr in der Früh bis 15.30 Uhr unterwegs. Der Erfolg: Neun Kitze, die vor den Messern des Mähwerks bewahrt wurden. „Das war es mir Wert“, ist sich Wachlinger sicher.

„Leider bekomme ich im Hintergrund immer wieder Diskussionen über den Sinn und Unsinn von Rehkitzrettungen mit“. Ohne dieses für und wider weiter diskutieren zu wollen, bringt es Wachlinger auf den Punkt: „Der Landwirt und/oder der beauftragte Lohnunternehmer hat die Pflicht zur Wildsuche vor der Mahd, um Wildtiere (alle Wirbeltiere) vor dem Mähtot zu bewahren! Tut er das nicht, verstößt er gegen den § 17 des Tierschutzgesetzes“, stellt Wachlinger klar.

Der Betroffene handele dann ohne den Einsatz der bekannten und zur Verfügung stehenden Fürsorgemaßnahmen. „Das kommt dem vorsätzlichen Töten von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund gleich. Damit begeht dieser eine Straftat, welche zum einen zu hohen Geldstrafen und zum anderen bei Wiederholungstätern zur Freiheitsstrafe führen kann“, findet der Ehrenamtliche deutliche Worte.

Dem Jagdpächter gebiete es laut Wachlinger aufgrund seiner Hegepflicht, sich an der Suche vor der Mahd zu beteiligen. Tut er das nicht, könne ihn das im schlimmsten Fall die Versagung des Jagdscheines kosten.

„Die Rehkitzsucher und die Helfer sind somit nicht nur ein zu belächelndes Völkchen, sondern schützen Wildtiere vor dem Tod und andere vor harten Strafen. Zudem fahren die Landwirte und/oder Lohnunternehmer entspannter zur Mahd“, so Wachlinger abschließend.

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Von Kreisbote

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