Schriftsteller und Übersetzer Reiner Kunze füllte Weilheimer Stadthalle

"Geheimes Zentrum der Literatur"

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Reiner Kunze signierte seine Bücher mit dem Füller. Eine lange Schlange bildete sich vor dem kleinen Tisch auf der Stadthallenbühne. Seine Unterschrift war an diesem Abend begehrt.

Weilheim – Friedrich Denk stellte die Frage in den Raum: Warum lesen? Nun, als die vielen hundert Gäste die Stadthalle am Montagabend verließen, konnten sie eine passende Antwort auf diese Frage finden: Reiner Kunzes Kindergedichte, die Gedichte über die Liebe oder Texte aus den „Wunderbaren Jahren“ wären ein Grund, mal wieder (s)ein Buch in die Hand zu nehmen.

„Es hilft nichts, wenn man sich an der falschen Stelle beeilt“, erklärte Vorredner Denk seinen Auftritt mit blauen Krücken. Er war fast von der Treppe gefallen, als er am Abend zuvor auf der Matinee zum Lob des Lesens in München gewesen war. Denk bedankte sich in seiner Rede bei Reiner Kunze für die Bücher, die er geschrieben hat. Denn Literatur regt nicht nur zum Mitdenken an, sondern auch zum Nachdenken. Er zitierte den britischen Publizisten Joseph Addison: „Sport ist für die Seele wie das Lesen für den Geist.“ 

 Als Kunze auf der Bühne stand, wurde es still im Saal. Der Schriftsteller las einige Kindergedichte, Gedichte über die Liebe und drei Texte aus den „Wunderbaren Jahren“. Ab und zu hörte man ein Lachen aus dem Saal. Nach der mittlerweile traditionellen Buchsignierung hat die Jury, bestehend unter anderem aus Reiner Kunze, Direktor Hermann Summer und Kunstlehrerin Charlotte Thanner, die 20 Gewinner des Schreib- und Malwettbewerbs verkündet und die Schüler durften ihre Werke dem Schriftsteller persönlich überreichen. Die Gewinner erhielten ein für sie ausgesuchtes Buch mit einer persönlichen Widmung. 

 „Weilheim ist für viele Autoren, wie zum Beispiel Peter Ustinov oder Wole Soyinka, ein literarisches Mekka“, erklärte Bürgermeister Markus Loth. Dank den erfolgreichen Weilheimer Heften, die dieses Jahr ihr 33. Bestehen feiern, ist Weilheim ein „geheimes Zentrum der Literatur“ geworden. Am 23. April 1980 wurde das erste Heft gedruckt, welches damals Ilse Aichinger gewidmet wurde. 

 Summer bedankte sich noch bei Denk, weil „ohne ihn würde es diesen heutigen Abend nicht geben. Er ist ein Trommler der Literatur und des Lesens. Wir sind stolz auf Sie.“

Von Alma Jazbec

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