Brandursache noch nicht abschließend geklärt

"Rigi Rutsch'n"-Brand: Asbestbelastung eher gering

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Von der „CariBar“ im Obergeschoss der „Rigi-Rutsch´n“ ist nach dem Großbrand nur noch eine verkohlte Ruine übrig.

Peißenberg – Der Schock über den Großbrand in der „Rigi Rutsch´n" sitzt in Peißenberg tief. Bis Dienstagvormittag lagen noch keine genauen Angaben über die Brandursache vor. Von Polizeiseite wird bislang ein „technischer Defekt“ an Küchengeräten in Erwägung gezogen. Das Feuer war letzten Donnerstag gegen 14 Uhr in der Bäderpark-Gaststätte „CariBar“ ausgebrochen. Nähere Erkenntnisse, wie hoch der Gesamtschaden in der „Rigi Rutsch´n“ konkret zu beziffern ist, werden vermutlich erst Ende der Woche vorliegen.

Vorsichtige Entwarnung konnte aber inzwischen bezüglich der Schadstoffbelastung gegeben werden. In den Eternit-Dachplatten ist laut einer ersten Begutachtung nur ein „sehr geringer Anteil“ an Asbest enthalten. Die freigesetzten Emissionswerte dürften sich damit in Grenzen gehalten haben.

Auch die Brandbekämpfung der Feuer- wehr mit Löschwasser und Schaum hat die Belastung wohl stark eingedämmt. Im Umkreis der Brandstelle waren die Anwohner während der Löscharbeiten per Lautsprecher und Rundfunkdurchsagen dazu aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach Auskunft von Dr. Karl Breu, dem Leiter des Gesundheitsamts Weilheim-Schongau, lag die Gefahrenzone lediglich im Bereich von „maximal 200 bis 300 Metern" entlang der Rauchwolke.

Noch in dieser Woche wird ein Statiker das Erdgeschoss des „Rigi Rutsch´n"-Gebäudes hinsichtlich einer möglichen Einsturzgefährdung untersuchen. Ob und wann der Schwimm- und Saunabetrieb wieder aufgenommen werden kann, steht derzeit in den Sternen. Die technischen Anlagen sollen dem Vernehmen nach aber weitestgehend intakt geblieben sein. Auch an der neu errichteten Blockbohlensauna und am benachbarten Eisstadion wurden keine Schäden festgestellt.

Wie geht es weiter?

Aber wie geht es nun mit der „Rigi Rutsch´n“ generell weiter? In diesem Jahr kalkulierten die zuständigen Gemeindewerke mit einem Bäderdefizit von sage und schreibe 1,1 Millionen Euro. Die Frage der konzeptionelle Ausrichtung für die „Rigi Rutsch´n“ stellt sich also nicht erst seit dem Großbrand. Von einer „Chance“ für einen Neuanfang wollten Bürgermeisterin Manuela Vanni und Gemeindewerksleiter Günther Forster bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag im Zusammenhang mit dem Schadensereignis aber noch nicht sprechen. „Das Ganze hat uns einen Stich versetzt. Wir brauchen jetzt erst einmal ein bisschen Zeit, um einen Fahrplan zu finden“, erklärte die Rathauschefin.

Auswirkungen auf den Kommunalhaushalt für 2016, in dem für die „Rigi Rutsch´n“ ein Verlustausgleich an die Gemeindewerke von 450 000 Euro vorgesehen ist, soll es nicht geben. Der Etat, so Vanni, werde in seinem ursprünglichen Entwurf dem Gemeinderat zur Verabschiedung vorgelegt. Die Rathauschefin schloss zudem aus, dass beispielsweise der geplante Bau des Bürgerhauses samt Jugendzentrum wegen des Brands in der „Rigi Rutsch´n“ verschoben wird. Die Planungsarbeiten für das Millionen-Projekt sollen stattdessen in diesem Jahr abgeschlossen werden: „Baubeginn für das Bürgerhaus wird 2017 sein – definitiv“, so Vanni.

Bernhard Jepsen

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