Peißenberger Gemeindewerke planen Ersatzneubau

„Rigi-Rutsch´n“ ohne Rutsche – Bahn musste gesperrt werden

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Die Schadstelle, die zur Sperrung des Rutschturms führte, liegt im unteren Bahnbereich. Sie wurde von den Schwimmmeistern großflächig überklebt.

Peißenberg – Sie ist das Wahrzeichen und der Namensgeber der „Rigi-Rutsch´n“, doch nun musste die 60 Meter lange Wasserrutschbahn im Peißenberger „Gesundheits- und Bäderpark“ von den Gemeindewerken sicherheitshalber gesperrt werden. Ein Junge hatte sich beim Rutschen Schnittwunden zugezogen.

Der Rutschturm wird regelmäßig vom TÜV begutachtet und an jedem Badetag von den Schwimmmeistern vor Betriebsbeginn in Augenschein genommen. Eventuelle Schäden werden sofort protokolliert und ausgebessert. Obwohl bei den Routinekontrollen keine Beanstandungen festzustellen waren, hat sich kürzlich ein Junge beim Rutschen verletzt. Er blieb im unteren Bahnbereich an der Kante eines herausgebrochenen Kunststoffteils hängen. Nichts Dramatisches, aber die Gemeindewerke entschlossen sich umgehend zur Sperrung der Anlage. Wie es zu dem Materialschaden kam, ist unklar. Laut Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl hätten Augenzeugen den Schwimmmeistern berichtet, dass kurz zuvor jemand mit einem Schwimmbrett die Bahn hinuntergerutscht sei. Eventuell hätten sich dadurch Unebenheiten in der Bahn ergeben. „Uns ist unerklärlich, wie die Naht aufgehen konnte“, so die Chefin des Kommunalunternehmens (KU).

Durch den Vorfall ist man bei den Werken nun zum Handeln gezwungen. Schon länger ist klar, dass die knapp 40 Jahre alte Rutschbahn erneuert werden muss. Statt einer unwirtschaftlichen Sanierung im Bestand strebt das KU einen Ersatzneubau an – und zwar mit gleicher Linienführung und Kubatur: „Bei der Architektur weiß man, dass sie sicher ist. In den bisherigen Betriebsjahren hat es keinen gröberen Unfall gegeben“, erklärt Haberl. Um die Rutschanlage noch sicherer zu machen, will man zudem an der neuen Bahn ein Ampelsystem installieren – und eine Zeitmessanlage: „Das wird von den Kindern gewünscht“, so Haberl. Die KU-Chefin hat bereits eine Vorzugsvariante für das Projekt im Auge - und zwar eine fugenlose Edelstahlrutsche. Die käme zwar mit 250 000 Euro nicht ganz billig, wäre aber im Vergleich zu einer glasfaserverstärkten Kunststoffvariante wartungsfrei und viel länger haltbar.

Haberl wird dem Verwaltungsrat der Gemeindewerke im Oktober Vorschläge für den Ersatzneubau unterbreiten. Im November steht dann die Verabschiedung des werksinternen Wirtschaftsplans an. Sollte der Verwaltungsrat grünes Licht geben, könnte die neue Rutschanlage bereits zur Badesaison 2021 in Betrieb gehen. „Das könnten wir gerade so schaffen“, prognostiziert Haberl. Eine Alternative zur Investition sieht die Werksleiterin nicht. „Die Rutsche“, so betont sie, „gehört zum Bäderpark einfach dazu.“ Die Finanzierung der Anschaffungskosten in Höhe von 250 000 Euro sei zwar „nicht ohne“, allerdings könne die Rutsche über 30 Jahre hinweg abgeschrieben werden. Damit würden sich auch die Kosten auf die Jahre verteilen.
Von Bernhard Jepsen
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