Die Römer in Huglfing – Hans Ruzicka geht auf Spurensuche und gibt Broschüre heraus

Mit der Gegend, die er erforscht(e), bestens vertraut: Hans Ruzicka kam als Junglehrer nach Oberhausen und unterrichtete 25 Jahre lang an der Huglfinger Schule. Foto: Hofstetter

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MARIA HOFSTETTER Oberhausen/Huglfing – Die sprudelnden Quellen des Hungerbachs, fruchtbare Böden auf den Höhen, Tuffstein hart wie Eisen: Huglfings Vorzüge als Siedlungsraum wussten schon die alten Römer zu schätzen. Hans Ruzicka hat sich auf Spurensuche begeben und seine Erkundungen in der 34-seitigen Broschüre „Die Römer in Huglfing“ veröffentlicht. Was einen „Hauser“ bewegt, über die Römer in Huglfing zu schreiben? Der in Oberhausen wohnhafte Autor macht kein Geheimnis daraus: Bei seinen Recherchen für das 1995 herausgegebene „Heimatbuch Oberhausen“ hat Ruzicka die Gegend zu Fuß und mit dem Fahrrad erkundet. Der pensionierte Lehrer wälzte nicht nur Fachliteratur, sondern befragte viele Huglfinger: „Ich bin ein Geher und ein Seher“, sagt er von sich. Die Notizen auf dem Schreibtisch des Heimatforschers stapelten sich bald zu einem Berg. Drei Monate lang wertete Ruzicka die Informationen aus, schrieb täglich an seinem jüngsten Werk. „Es wäre ja schade, das angesammelte Wissen nicht weiterzugeben“, sinniert der Mann mit den wachen Augen und buschigen Augenbrauen. Er erzählt, dass ihm das Schreiben nach dem plötzlichen Tod seiner Frau über die innere Leere hinweggeholfen hat. An der Kapellenleite in Huglfing gibt die weitläufige, nach Südwesten hin ausgerichtete Geländeform seit jeher Rätsel auf. Der schräg-waagrecht abgestufte Hang sei „immer schon dagewesen“ und nicht landwirtschaftlich genutzt worden, erfährt Ruzicka von den umliegenden Bauern und zieht folgenden Schluss daraus: Da es um 100 n.Chr. in Europa um 1 bis 1,5o C wärmer war als heute und die Römer gerne Wein tranken, ist anzunehmen, dass sie hier einen Weinberg angelegt hatten. Teilstücke ehemaliger Römerstraßen und Verbindungen zur Via Claudia Augusta, die über den Brenner nach Augsburg führte, sind in Huglfing heute noch gut zu erkennen. Die Anhöhe Rameck dürfte den Römern als „Spähehügel“ gedient haben, schreibt Ruzicka. Was es mit dem „Hang an der Steinmauer“ auf sich hat, ist in seiner Broschüre ebenso nachzulesen wie seine Überzeugung, dass der lateinische Name „Vicus Coveliacas“ auf der „Peutinger Tafel“ (Nachzeichnung einer römischen Straßenkarte, Anm. d. Red.) dem heutigen Huglfing entspricht. In Augsburg, weiß Ruzicka zu berichten, sollen die Römer sogar einige Bauten mit hochwertigen Huglfinger Tuffstein errichtet haben. Der Oberhausener, den es mit seiner Familie 1946 aus dem mährischen Olmütz ins Oberland verschlug, hat seine Entdeckungen über die Römer mit Landkartenausschnitten und Bildern dokumentiert. Eines davon zeigt „Konrad Sepp beim Freilegen der Römerstraße“. Erhältlich ist die Broschüre „Die Römer in Huglfing“ zum Preis von vier Euro im Rathaus Huglfing.

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