Röntgen jagte auf dem Gögerl

Ausstellung in Schaufenstern der Innenstadt erinnert an den Erfinder der Röntgenstrahlen

Haus von Röntgen
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Die Röntgen-Villa war, wie das Postkartenmotiv zeigt, ein stattliches Gebäude mit Walmdach, Erker und einem umlaufenden Balkon.

Weilheim – 125 Jahre ist es her, dass Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) in Würzburg die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckt hat, die den menschlichen Körper durchleuchten und innere Organe sichtbar machen können. In Weilheim verbrachte der Physiker, der hier 1909 zum Ehrenbürger ernannt wurde, viel Lebenszeit. In einer Ausstellung werden ab 17. Oktober in Weilheim in verschiedenen Archiven aufbewahrte Dokumente über Röntgen gezeigt.

„Seit 1900 hielt sich Röntgen immer wieder zu allen Jahreszeiten gerne in Weilheim auf“, berichtet Stadtarchivar Joachim Heberlein. So erwarb der gebürtige Remscheider 1905 in Weilheim an der damaligen Sonnwendgasse 533b ein Anwesen, das er mehrmals zum Jagdhaus um- und ausbauen ließ. Der Weilheimer Kaufmann Mathias Stacheter, ein Nachbar Röntgens, beschrieb den Nobelpreisträger trotz seines hohen Alters als „vorzüglichen Schützen“ und „Jäger durch und durch“, der „ungemein viel auf einen guten und gesunden Wildbestand hielt“. Stacheter konnte sich nicht daran erinnern, dass Röntgen „Federwild in der Luft, mit Ausnahme einer Waldschnepfe, je einmal gefehlt hätte…“

Wilhelm Conrad Röntgen im Portrait.

Zur Erinnerung an den berühmten Physiker lässt die Stadt in nächster Zeit vor seinem abgebrochenen „Jagdhäusl“, der sogenannten Röntgenvilla und am Gögerl, wo Röntgen seiner Jagdleidenschaft gefrönt hatte, Informationstafeln aufstellen.

Begleitend zu den genannten Erinnerungstafeln wird in der Zeit zwischen 17. Oktober und 8. November in Geschäften der Weilheimer Innenstadt eine Ausstellung über Röntgen zu besichtigen sein. Unter anderem werden in einigen Schaufenstern die Ehrenbürgerurkunde von 1909, diverse Postkarten, der Bauplan und Fotos von der „Röntgen-Villa“ ausgestellt. Die gezeigten Dokumente stammen laut Heberlein aus dem Stadtarchiv Weilheim, dem Deutschen Röntgen-Museum in Remscheid sowie aus dem Universitätsarchiv Würzburg. Eine Postkarte mit der „Röntgen-Villa“ stellt der Heimat- und Museumsverein aus seiner Sammlung zur Verfügung. In welchen Schaufenstern die Archivalien zu finden sind, ist auf Handzetteln nachzulesen, die im Veranstaltungsbüro der Stadt Weilheim ab kommendem Freitag zum Mitnehmen ausgelegt werden.

Den historischen Hintergrund für diese Ausstellung erklärt Archivar Heberlein wie folgt: „Röntgens Ehrenbürgerurkunde war seinerzeit vor der Übergabe an ihn auch in einem Schaufenster, dem des Goldschmieds Perchermeier in der Schmiedstraße, zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt.“

Von Maria Hofstetter

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