Rote Hände als Protest – Weilheimer Berufsschüler schließen sich weltweitem Appell gegen Kindersoldaten an

Michael, Margarete, Salina und Stefan (v.li.) halten die Aktion für eine gute Sache und überreichen Uwe Herrmann (re.) einen Stapel „Rote Hände“, 2.v.re. Peter Hofer. Foto: Hostetter

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MARIA HOFSTETTER, Weilheim – „Kindheit statt Krieg. Kinder brauchen ein Zuhause, kein Schlachtfeld. Gebt Kindern Bälle statt Granaten...“ Intensiv haben sich die Zwölftklässler der Berufsschule Weilheim mit dem Thema „Kindersoldaten“ befasst und ihre Gedanken zusammen mit den Umrissen ihrer Hände zu Papier gebracht. Auf rotes Papier, für die Aktion „Rote Hand“. „Wer Kinder als Soldaten rekrutiert, gehört vor ein Gericht gestellt“, sieht Michael aus Peiting die Politik und Gesellschaft in der Pflicht. Viele Schüler strömen in die Pausenhalle. Dort ist ein langer Tisch aufgebaut, auf dem Stapel mit roten Din A4-Blättern und schwarze Stifte bereit liegen. Sarina und Margarete ermuntern ihre Mitschüler, Nein zum Einsatz von Kindersoldaten zu sagen und dies mit einer „roten Hand“ deutlich zu machen. „Ich habe erst in der Schule erfahren, wie schlimm Kinder unter Drogen gesetzt, misshandelt werden und dass es so viele Kindersoldaten gibt“, lässt Margarete ihre Betroffenheit spüren. Viele BerufsschülerInnen schließen sich an diesem Donnerstag Vormittag der Protestaktion an, zeichnen ihren Handabdruck aufs Papier. Religionslehrer Peter Hofer hat mit den Zwölftklässlern im Unterricht eine Ausstellung erarbeitet, die jetzt in der Pausenhalle der Berufsschule gezeigt wird. Der sogenannte „Red-Hand-Day“, erklärt er, findet weltweit Beachtung. Hunderttausende auf allen Kontinenten sollen sich in den letzten Jahren daran beteiligt haben, vor allem Kinder und Jugendliche. Ins Leben gerufen wurde die Aktion „Rote Hände“ am 12. Februar 2002, als das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention von 1989 in Kraft trat. Dieses Protokoll verbietet, dass Kinder unter 18 Jahren in Kriegen und Konflikten als Soldaten eingesetzt werden. In der Ausstellung wird darauf hingewiesen, dass diese Forderung auch Deutschland betrifft, wo sich Jugendliche bereits mit 17 Jahren freiwillig zur Bundeswehr melden können. Etwas abseits beobachtet Uwe Herrmann die Schüler, wie sie eifrig diskutieren und entschlossen zum Stift greifen. Kurz nach 11 Uhr überreicht ihm Religionslehrer Hofer 300 gesammelte „Rote Hände“. Als Sprecher der terre des hommes-AG Pfaffenwinkel/Penzberg wird er sie umgehend weiterleiten.

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