Roter Geburtstagsball

Am 12. August 1909 gründete Georg Auer mit 42 Gleichgesinnten im Gasthof „Zur weißen Rose“, der heutigen Sonnenapotheke, den „Sozialdemokratischen Verein“. Am vergangenem Freitag, 100 Jahre später, feierte der Weilheimer SPD-Ortsverein das Jubiläum in der Stadthalle mit rund 150 Ballgästen, darunter Vertreter aller Stadtratsfraktionen.

Die Farbe Rot herrschte vor beim festlichen Jubiläumsball in der Stadthalle. Kein Mitglied, kein Gast, der nicht mindestens ein rotes Accessoire an oder bei sich trug. Noch kurz vor Beginn des Festes hatte Ortsvorstand Helmut Vasak-Wienchol den offiziellen Teil noch als „kurz“ beschrieben. Dass dieser dann doch etwas länger dauerte, lag an der großen Zahl der Grußredner und an dem Anlass selbst. In seiner Begrüßung stellten Vasak-Wienchol wie auch seine Stellvertreterin Petra Arneth-Mangano mit Blick auf die Gäste aus allen Berufs- und Altersgruppen fest, dass die Sozialdemokratie in der Kreisstadt fest Fuß gefasst habe. „Als ich nach Weilheim zog, hätte ich mir hier weder einen roten Bürgermeister noch einen roten Landrat vorstellen können“, erinnerte sich der heutige Ortsvorstand schmunzelnd. Der ihm an das Rednerpult folgende Ingo Remesch, Weilheims Zweiter Bürgermeister, nahm den zugespielten Ball gern auf. Remesch verwies in seiner Ansprache auf die sozialen Erfolge der Partei seit Gründung der Bundesrepublik. Sie habe nicht nur drei Bundeskanzler gestellt sondern auch „Großartiges geleistet“. Remesch gab sich überzeugt, dass sich auch heute politisches Engagement auf allen Ebenen lohne. „Ich wünsche, dass es unserer Partei mit der Kraft aus ihrer Geschichte gelingt, junge Menschen für ihre Ideale zu begeistern“, sagte er. Den Mut der Sozialdemokraten Weilheims wie auch ihren großen Anteil am politischen Stadtgeschehen würdigte Bürgermeister Markus Loth (BfW). Die SPD hätte es in der Beamten- und Behördenstadt viel schwerer als in industriellen oder vom Bergbau geprägten Kommunen, wie in Penzberg, gehabt. Auch Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD), der im Namen des Landkreises gratulierte, erinnerte an frühere Erfolge der Sozialdemokraten, wie die Einführung des Frauenwahlrechts vor 90 Jahren. Die 100-jährige Geschichte des Ortsvereins verglich er mit der beinahe 1000-jährigen Stadthistorie. Angesichts dieser Zeitspanne sei ihm um die nächsten 100 Jahre nicht bange. Im Anschluss wurde beim Kabarett geschmunzelt, die TSV-Tanzformation bewundert und bis zum Schluss ausgiebig getanzt. 100 Jahre SPD 1909 gründet Georg Auer den „Sozialdemokratischen Verein“. 1918 stellt dieser zwei Stadträte. Bei den Kommunalwahlen 1924 erreicht er 13,3 und 1929 knapp 20 Prozent der Stimmen. 1933 wird die Partei verboten, ihr Vermögen beschlagnahmt, Aufzeichnungen vernichtet. Die SPD-Stadträte Hans Kornthaler und Anton Benz werden im KZ Dachau in Schutzhaft genommen. 1945 formiert sich die Partei erneut. Im Januar 1946 gewinnt die Partei auf Anhieb 31,2 Prozent der Wählerstimmen. Hans Korntheuer wird 2. Bürgermeister. Im gleichen Jahr erreicht sie bei der Wahl zum Kreistag 38,3 Prozent.

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