Jubiläums-Dämmerschoppen in Polling

Rotwein und Marende zum 100. Geburtstag

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Die Weinbrüder hoffen inständig, dass es Petrus am Mittwoch, 13. August, ebenso gut mit ihnen meint wie bei diesem Dämmerschoppen 2013 im Schneiderinnengarten.

Polling – Süffigen Meraner Jubiläumswein im Glas, würzigen Käse und Speck auf dem Holzbrettl und dazu die beschwingten Klänge der Uffinger Stammtischmusik: All das ist am Mittwoch, 13. August, beim 100. Dämmerschoppen geboten, zu dem die „Pollinger Wein GbR“ die Bevölkerung ab 19.30 Uhr in den Schneiderinnengarten neben dem Rathaus einlädt.

Aus der klimatisch bevorzugten Meraner Region wurden in früheren Jahrhunderten bis zur Säkularisation 1803 auch die Pollinger Klosterweine bezogen. Der beliebte Rebensaft wurde im sogenannten Saumdienst über die Alpen bis ins Klosterdorf transportiert, wie auf der Homepage der „Pollinger Wein GbR“ nachzulesen ist: Pro Pferd 120 Liter Wein. 1998/99 stellten Pollinger „Spurensucher“ Nachforschungen an und fanden in Untermais, einem Stadtteil von Meran, jenen Pollinger Hof mit den alten Weinkellern, wie er in der Überlieferung beschrieben ist. Die ehemaligen Weingärten dieses Hofes liegen im Einzugsbereich der Meraner Weinkellerei. 

Franz Vielhuber war dabei, als Kontakte zu den Meraner Winzern geknüpft wurden. Er ist nach wie vor begeistert von der Freundschaft, die daraus entstanden ist. 2002 folgte die Gründung der „Pollinger Wein GbR“, die den Pollinger Wein seither aus Südtirol ins Klosterdorf bringt und verkauft. Vom Erlös ihrer Aktivitäten profitieren viele dörfliche Projekte. Ein Jahr später fand anlässlich der 1250-Jahrfeier seit der ersten Klostergründung durch Herzog Tassilo III. ein historischer Weintransport statt. Geschäftsleute aus Polling und die Gemeinde unterstützten die „Spurensucher“. „Rund 300 Liter Wein“, erinnert sich Vielhuber, „haben wir mit zwei Pferdefuhrwerken nach Hause transportiert.“ Eine Woche lang war die Delegation, bestehend aus 20 reiselustigen Pollinger Bürgern, „in historischer Weinmission“ unterwegs. 

War der Weintransport ursprünglich nur für das in Polling gefeierte Jubiläumsjahr gedacht, fanden die „biergewohnten Bürger“ nach den Erzählungen Vielhubers so viel Freude daran, dass sie sich danach nicht mehr aus der „Verpflichtung“ nehmen ließen. „Wir wollten den Meraner Wein auch außerhalb der Zeit genießen“, bekundete Vielhuber. Also mussten passende Räumlichkeiten für die Lagerung, den Verkauf und die Verkostung des Weines gefunden werden. Die Weinbrüder richteten dazu im historischen Keller des Pollinger Rathauses einen Weinkeller ein. Später wurde dieser, mit viel Eigenleistung, wie Vielhuber betont, gleich nebenan um eine gemütliche Weinstube erweitert. 

Seither trifft sich die gesellige Pollinger Weinbrüderschaft dort jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr zu ihren Dämmerschoppen und Vereinsabenden. Der 100. Dämmerschoppen, das steht fest, wird am 13. August bei jedem Wetter gefeiert. Entweder im Schneiderinnengarten neben dem Pollinger Rathaus oder – wenn Petrus wie so oft in diesem Sommer die Schleusen öffnen lässt – in unmittelbarer Nähe unter einem Dach geschützt. Neben den beliebten Weinen aus der sonnigen Meraner Region wird die „Marende“, ein deftiger Brotzeitteller mit Speck und Käse, gereicht. Dazu gibt es selbstgebackene „Aufsauger“. Bürgermeisterin Felicitas Betz wird ein Grußwort sprechen und die Veranstalter den Gästen via Beamer eine Rückschau in Wort und Bild präsentieren. Die Uffinger Stammtischmusikanten begleiten den Dämmerschoppen mit flotten Weisen.

Von Maria Hofstetter

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