Regierung segnet Maßnahmen ab

Saatkrähen in Weilheim dürfen vergrämt werden

Krähe
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Die Saatkrähen in Weilheim dürfen vergrämt werden.

Weilheim – Bereits gestern durfte die Stadt Weilheim mit einer Vergrämung von Saatkrähen beginnen.

Auf den Antrag der Stadt vom Dezember 2020 hat die Regierung von Oberbayern als zuständige höhere Naturschutzbehörde eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt, um bis Montag, 15. März (Verlängerungsoption bis 31. März) vorhandene Altnester sowie Äste, die als Nistunterlagen dienen, zu entfernen. Zudem wurde eine Vergrämung mittels akustischen Signalen (zum Beispiel sogenannten Birdgards) genehmigt.

Diese Maßnahmen sind laut Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Bereich des Oberen Grabens bis zur Augsburger Straße, Bereich Theatergasse/Herzog-Albrecht-Platz sowie an den Wohnblocks Paradeisstraße/Ybelherstraße zulässig. Die Hauptkolonie „In der Au“ bleibe von diesen Maßnahmen „selbstverständlich unangetastet“. Dem Vorhaben liegen eine Vielzahl von Beschwerden von BürgerInnen – nicht nur wegen der Lärmbelästigung der Krähen an ihren Sammelplätzen im Winter – sondern hauptsächlich während dem Nestbau sowie der Brut- und Aufzuchtszeit vor. Außerdem gibt es im Bereich des Oberen Grabens und der Augsburger Straße eine erhebliche Verschmutzung durch Kot, die insbesondere am vorhandenen Kindergarten und Spielplatz zu Problemen führt.

Das Stadtbauamt hat die betroffenen Bäume zusammen mit den Baumpflegern der Stadtwerke Weilheim besichtigt und die entsprechenden Stellen festgelegt. Die Stadtwerke führen die Arbeiten zur Entnahme der Nester und Ausschneiden der Astgabeln seit gestern durch.

Wichtig sei im Zusammenhang mit den Vergrämungsmaßnahmen, dass laut einer Auflage der Regierung die Saatkrähen weder durch Fütterung oder zugängliche Abfälle angelockt werden dürfen. „Insoweit bitten wir die BürgerInnen auch auf eine Fütterung in den Außenbereichen, zum Beispiel Weilheimer Moos, zu verzichten“, so Loth.

Einen Dringlichkeitsantrag zur Vergrämung der Saatkrähen mit Hilfe von Greifvögeln stellte außerdem Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) in der letzten Sitzung des Stadtrates. Als Begründung gab er unter anderem an, dass besonders die Splitterkolonie rund um das Gebiet am Oberen Graben immer wieder für Beschwerden von betroffenen Bürgern führen würde. Die Stadt versuche schon seit mehreren Jahren durch verschiedene Maßnahmen die Situation zu verbessern – „bisher ohne nennenswerten Erfolg.“

In Orten wie in Puchheim im Landkreis Fürstenfeldbruck, wurden mit den Birdgards nur kurze Zeit teilweise Erfolge erzielt. Die Wirkung lasse jedoch schnell nach, da die schlauen Vögel den „Fehlalarm“ durchschauen würden. „Einen nachhaltigen Erfolg brachte in allen Fällen letztlich nur ein zusätzlicher Einsatz von Greifvögeln durch einen Falkner“, gibt Klinkicht weiter an. Saatkrähen sind nach § 44 Abs.1 BNatSchG allerdings streng geschützt und ganzjährig geschont. Deshalb sei es notwendig, für den Einsatz von Greifvögeln zur Vergrämung, eine Ausnahmegenehmigung der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern zu beantragen. „Es geht dabei nicht um das Töten der Vögel, sondern darum, durch den Einsatz eines Wüstenbussards die Saatkrähen nachhaltig zu motivieren, sich andere, geeignetere Brutplätze zu suchen“, stellt Klinkicht klar. Neben den bereits vorgesehenen Maßnahmen sei es sinnvoll, dass die Stadt für 2021 und folgende Jahre auch eine Genehmigung für den zusätzlichen Einsatz von Greifvögeln durch einen Falkner beantragt.

Klinkichts Antrag wurde von der Mehrheit des Stadtrats jedoch nicht als dringlich angesehen und daher in die nächste Sitzung des Bauauschusses verwiesen.

Von Kreisbote

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