Wer steckt hinter der Maske?

Schellenrührer ziehen am Faschingssonntag durch die Murnauer Fußgängerzone

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Niemand weiß, wer wirklich hinter der Maske steckt. Die Schellenrührer sind die Attraktion am Faschingssonntag in der Murnauer Fußgängerzone.

Murnau – Wie lange es den Murnauer Brauchtumsfasching schon gibt, weiß niemand so richtig zu sagen. Martin Bergmeister vom Trachtenverein hat hölzerne Masken gefunden, die den Schluss zulassen, dass es bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein organisiertes Faschingstreiben in der Marktgemeinde gegeben hatte.

In der heutigen Form tanzten die Schellenrührer am Faschingssonntag 1978 zum ersten Mal durch die Murnauer Straßen. Entstanden ist die Attraktion im Rahmen eines Faschingszuges der Ortsvereine. Faschingszüge gibt es heutzutage in Murnau nicht mehr, das Schellenrühren hat die Jahrzehnte jedoch überdauert – heuer zu erleben am Faschingssonntag, 23. Februar, in der Fußgängerzone.

Hexen führen den Aufmarsch an. Mit ihren Besen kehren sie den Schnee von den Straßen und zeigen so dem Winter, dass er jetzt seine Macht über die Natur verliert. Das selbe Ziel verfolgen die Pfandlzieher, die Jacklschutzer und die Bärentreiber. Hauptakteure sind aber die Schellenrührer. Mit Masken vor den Gesichtern, Fichtenbögen in den Händen und Schellen auf den Rücken geschnallt, hüpfen sie im eintönigen Rhythmus durch die Straßen. 13 Rührer müssen es sein, sagt Bergmeister vom Trachtenverein. Ein Vortänzer und je ein Tänzer für jeden Monat. Zum Maschkera-Gefolge gehören die Biggalan-Figuren, die Musiker in Flickengwandern und die Untersberger Mandln.

Das Geheimnisvolle am Brauchtumsfasching ist, dass niemand weiß, wer wirklich hinter den Masken steckt. Denn beim maskieren verwandeln sich die Träger von realen Personen in fiktive Charaktere. Bergmeister erzählt: „Es ist wirklich interessant mitzuerleben, wie der Einzelne seine neue Figur annimmt. Wenn wir uns beispielsweise am Faschingssonntag zum Schellenrühren gemeinsam umziehen, ist es eigenartig – sobald die hölzernen Masken aufgesetzt sind, und man sich einmal kurz umdreht, weiß niemand mehr, wer wer ist. Sogar die Eltern würden ihre eigenen Kinder jetzt nicht mehr wiedererkennen. So soll es sein.“

Von Günter Bitala

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