Aktion des Weilheimer Unterstützerkreises Asyl

Schlauchboot als Mahnmal

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Bei der Schlauchboot-Aktion am Kirchplatz.

Weilheim – Als letzte Aktion rund um die Interkulturelle Woche und den Tag des Flüchtlings setzte der Weilheimer Unterstützerkreis Asyl ein Zeichen für die Menschlichkeit.

Ein Schlauchboot des privaten Seenotrettungsvereins „resqship“ aus Augsburg wurde auf dem Weilheimer Kirchplatz mit Unterstützung des THW aufgestellt. Das Boot mit elf Metern Länge, drei Metern Breite und einem Gewicht von 130 kg war bereits im Mittelmeer im Rettungseinsatz. 150 Personen finden in ihm Platz. Insgesamt stiegen 60 WeilheimerInnen in das Boot ein.

In eindrucksvollen Worten erzählte der Kapitän des Bootes, Friedrich Reich, von seinen Rettungsaktionen – von seinen Gefühlen, wenn es gelingt Menschen, die oft nicht schwimmen können, zu retten und an Land zu bringen oder wenn vor seinen Augen Menschen ertrinken und er sie nicht retten kann. Reich entschloss sich aus humanitären Gründen für die Rettungseinsätze auf dem Mittelmeer, die politische Dimension wurde ihm mit der Zeit jedoch immer bewusster. Ein seit drei Jahren in Weilheim lebender, pakistanischer Asylsuchender erzählte anschließend von seiner eigenen Flucht über das Meer.

Rund um das Boot gab es viele Informationen über das Menschenrecht auf Asyl, die aktuelle Situation in Europa und im Landkreis. Auf Stellwänden wurden Bilder von Rettungsaktionen gezeigt und aus dem Buch „Beyond survival – Flucht.Ankunft.Zukunft“ vorgelesen. Es wurden zudem Papierboote gefaltet und mit Wünschen, Hoffnungen und Gebeten beschriftet. Diese kleinen Rettungsboote wurden am Ende der Veranstaltung während eines ökumenischen Gebets von Dekan Axel Piper und der Pfarrhelferin Gudrun Grill auf einer großen, blauen Plane niedergelegt.

Das Schlauchboot solle als Symbol für die vielen tausend Menschen, die auf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung, Krieg und Armut ihr Leben verloren haben und im Mittelmeer ertrunken sind, stehen, so der Unterstützerkreis Asyl. Die Seenotrettung dürfe nicht kriminalisiert werden, sondern müsse als eine humanitäre Pflicht gesehen werden.

Von Kreisbote

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