Peißenberger Gartenbauverein sucht neues Organisationspersonal

2018 keine Obstpresse mehr?

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Allerletzter Presstag am 30.Oktober 2017? Nicht ausgeschlossen, falls der Gartenbauverein um die Vorstandsmitglieder Petra Gandorfer, dritte Vorsitzende (erste v .li.), Martin Lehner (zweiter v. re.) und Matthias Hett (zweiter v. li.) keine Nachfolger für Rita und Josef Bauer (dritte v. li. beziehungsweise erster v. re.) finden.

Peißenberg – Der Verein für Gartenbau und Landespflege Peißenberg-Ammerhöfe hat ein großes Problem: Er sucht seit geraumer Zeit dringend nach einem Organisationsleiter(-team) für die vereinseigene Obstpresse – bis dato aber leider ohne Erfolg. Sollte sich daran nichts ändern, droht 2018 die Schließung der vor 79 Jahren in der Bachstraße errichteten Mosterei.

„Irgendwann muss mal a Ruh´ sein – sonst schmeißt man mir den Most noch ins Grab hinterher“, sagt Josef Bauer scherzhaft, aber doch mit ernster Miene. Er und seine Ehefrau Rita waren rund 40 Jahre für die Obstpresse zuständig. Im April haben die Bauers – beide sind bereits über 70 Jahre alt – ihren Rückzug bekannt gegeben. Die Mostsaison 2017 wird ihre letzte sein. Im Gartenbauverein hat man dafür vollstes Verständnis: „Die beiden dürfen ohne schlechtes Gewissen aufhören, das ist absolut in Ordnung. Keiner wird jünger und gesünder“, betont Vorstand Matthias Hett. Doch für den Verein hat sich damit eine prekäre Lage ergeben: Schon die Suche nach einfachen Helfern gestaltet seit ein paar Jahren immer schwieriger. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurden mehrere Szenarien diskutiert. Das Fazit: Eine Schließung ist nicht ausgeschlossen, wenngleich sie den Verein hart treffen würde. Das Herstellen und die Verarbeitung von Obst ist eine der wesentlichen Satzungsaufgaben – und: „Sehr viele Mitglieder sind nur deshalb beim Verein, weil sie in der Obstpresse günstigere Konditionen bekommen“, erklärt Hett. Doch auch über Peißenbergs Ortsgrenzen hinaus hat die Obstpresse Bedeutung. Nach Berechnungen der Fachbehörden am Landratsamt werden in der Marktgemeinde durchschnittlich rund zehn Prozent der gesamten Obstmenge im Landkreis zu Saft verarbeitet. 50 000 Liter wurden in den letzten Jahren im Durchschnitt in der Peißenberger Obstpresse abgefüllt

Für die Obstsaison 2018 braucht es aber neues Personal. Über welche Qualifikationen Interessenten für den Leitungsposten in der Pressanlage (Baujahr 1983) verfügen sollten? Über einige: „Das Ganze macht sich nicht von alleine. Es ist mit Aufwand verbunden – da müssen wir möglichen Bewerbern von vornherein reinen Wein einschenken“, räumt Hett ein. Interessenten sollten zum Beispiel technisch versiert sein sowie Lohnabrechnungen und bürokratische Hürden bewältigen können – und vor allem körperlich fit sein: „Ohne Kraft kein Saft“, betont der zweite Vereinsvorsitzende Martin Lehner. Die Leitung der Obstpresse erfolgt natürlich nicht auf ehrenamtlicher Basis. Der Gartenbauverein zahlt eine Aufwandsentschädigung, und die Tätigkeit wäre auch nicht zwingend an eine Mitgliedschaft gebunden. Und sollte sich trotzdem niemand für das Amt finden? Dann hat der Gartenbauverein noch einen Plan B in der Hinterhand, allerdings hätte die Variante mit der Beauftragung eines privaten Lohnunternehmers einen großen Nachteil: Sie würde die Mosterei für die Kunden verteuern. Zudem ist unklar, ob die Gemeinde einem solchen Konstrukt überhaupt zustimmen würde. Der Gartenbauverein hat die Obstpresse nämlich selbst nur gepachtet. Eigentümer des Gebäudes ist die Kommune. Laut Hett soll die Zukunft der Mosterei bis spätestens Ende Februar 2018 endgültig entschieden sein: „Dann müssen wir wissen, ob Feierabend ist oder nicht.“

Info: Wer Interesse hat, sich in der Obstpresse zu engagieren, kann bei Gartenbauvereinschef Matthias Hett unter Tel. 08803/60313 nähere Details in Erfahrung bringen.

Von Bernhard Jepsen

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