Schloßmuseum Murnau stellt Werke von Grégoire Vince aus

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Agnes Vince (re) : „Mein Vater wäre stolz gewesen, im Schloßmuseum ausgestellt zu werden.“ Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig (li.) und Murnaus Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens können da nur beipflichten.

Murnau – Grégoire Vince wäre stolz gewesen, erzählte seine Tochter Agnes Vince im Schloßmuseum. Stolz darauf, für kurze Zeit neben seinen Vorbildern Wassily Kandinsky, Franz Marc und den anderen Größen der klassischen Moderne ausgestellt zu sein. „Für ein halbes Jahr“, erklärte Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig, „zeigen wir in unserem Hinterglas-Saal eine Auswahl von Vinces Werken.“

Grégoire Vince wurde am 5. Januar 1923 in Budapest geboren. Seine künstlerische Ausbildung schloss er an der Ungarischen Akademie für Bildende Künste in Budapest ab. Seine Leidenschaft für Kunst und Kultur verdankte der begeisterte Sozialist Vince ausgedehnten Reisen ins Ausland, nach China (1953) und Amsterdam (1956). Das war das Jahr des Volksaufstandes in Ungarn, Vince blieb mit seiner Frau in Paris.

Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Vince mit Entwürfen dekorativer Glasobjekte. Er war begeistert von der Kombination „Kunst & Handwerk“. In den Jahren 1964 bis 1966 hielt sich Vince mit seiner Familie immer wieder in Murnau auf. Seine Frau belegte Deutschkurse für Lehrtätige am hiesigen Goethe-Institut.

Der Künstler lernte die volkstümliche Hinterglasmalerei der Region kennen. In Dorfkirchen und in den Häusern befreundeter Familie in Riedhausen und Seehausen fand er die leuchtend bunten Glasplatten.

Gebannt von der internationalen Atmosphäre, die in Murnau wegen der Goethe-Schüler aus aller Herren Länder herrschte, machte Vince zarte Tuschzeichnungen und kraftvolle Guachen. Seine Lieblingsmotive waren Einhörner und Fische.

Grégoire Vince starb am 11. November 1970 in Paris. Eine Auswahl seiner Hinterglasbilder, Glasteller und Zeichnungen sind an der Wechselwand des Hinterglas-Saales zu sehen.

Mehr Infos zur Ausstellung unter: www.schlossmuseum-murnau.de.

Günter Bitala

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