Die »ehrlichere Variante«

Schongaus Entscheidung für teureren Strom

Schongau Stromversorgung Ökostrom
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Die Stadt Schongau setzt bei ihrer Stromversorgung künftig auf die teurere Variante aus Ökostrom mit Neuanlagenquote.
  • vonAstrid Neumann
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Schongau – Seit 2014 nimmt die Stadt Schongau an der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung teil. Das wird sie auch in den kommenden Jahren, wie der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschloss. Eine entscheidende Veränderung gibt es aber doch: Die Stadt bleibt auch weiterhin bei Ökostrom, allerdings soll dieser künftig vermehrt aus neuen Anlagen kommen, was die Sache teurer macht. 

Die Ausschreibung der kommunalen Strombeschaffung läuft in Kooperation mit dem Bayerischen Gemeindetag über die Firma Kubus GmbH. Diese hat nun mit Ankündigungsschreiben im Februar mitgeteilt, dass aktuell die Bündelausschreibung für die Lieferjahre 2023 bis 2025 vorbereitet wird.

Der Stadtrat müsse sich daher entscheiden, ob sich die Lechstadt erneut daran beteiligen oder selbst eine europaweite Ausschreibung durchführen will, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Sitzung. Im letzteren Fall wäre die Kündigung des Vertrages mit der Firma Kubus fällig.

Die Verwaltung schlug vor, den Vertrag nicht zu kündigen und an der Bündelausschreibung teilzunehmen. Die Teilnahme der Stadt beinhaltet auch die der Stadtwerke, der Heiliggeist-Spital-Stiftung, des Kommunalunternehmens Plantsch und des TSV Schongau für den Strombezug des Eisstadions – mit 250.000 Kilowattstunden im Jahr 2019 ein nicht unerheblicher Faktor.

Zu entscheiden war dafür, ob für Schongau Normalstrom oder Ökostrom ausgeschrieben werden soll. Bei der letzten Ausschreibung hatte der Stadtrat beschlossen, für die Lieferjahre 2020 bis 2022 auf Ökostrom zu setzen.

Gegenüber Normalstrom kann Ökostrom bis zu 0,5 Cent pro Kilowattstunde Mehrkosten bedeuten. Bei Ökostrom mit Neuanlagenquote seien sogar bis zu 1,2 Cent pro Kilowattstunde mehr möglich.

Während die Verwaltung vorschlug, bei der günstigeren Ökostrom-Variante zu bleiben, kam dazu ein Einwand von Bettina Buresch (Grüne). „Das hört sich natürlich alles gut an und ich bin sehr froh, dass wir auf Ökostrom umgeswitcht sind“, so Buresch. Sie gab allerdings zu bedenken, dass bei der günstigeren Variante ohne Neuanlagenquote auch Betriebe wie das Heizkraftwerk Altenstadt – eine Altanlage – dabei seien. Daher plädierte sie für die teurere und in ihren Augen „ehrlichere Variante“.

Zuspruch erhielt sie von Friedrich Zeller (SPD). Und auch Ilona Böse (SPD) befand mit Blick auf den Klimawandel: „Wir müssen etwas tun, auch wenn die Kassen leer sind.“ Grundsätzlich sei das ein guter Schritt, so Bürgermeister Falk Sluyterman, der aber auch auf die angespannte Haushaltslage verwies. Mit 14:8 Stimmen entschied sich das Gremium für die teurere Variante: Ökostrom mit Neuanlagenquote.

Astrid Neumann

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