Für Freiheit und Zivilcourage einstehen

Schüler der Christoph-Probst-Mittelschule im Gespräch mit dem Bürgermeister

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Schülerbesuch im Murnauer Rathaus: V.li. Eva Zikeli, Suela Mazrek, Annemarie Elmaur, Bürgermeister Rolf Beuting, Vinzent Borner und Joshua Nießner.

Murnau – Am Vortag zum 100. Geburtstag von Christoph Probst traf sich eine Schülerdelegation der nach ihm benannten Schule mit Bürgermeister Rolf Beuting im Rathaus, um mit ihm über politische und soziale Themen zu sprechen.

Auf ihren selbstgestalteten T-Shirts standen Forderungen wie „mehr Akzeptanz“, „besseres Schulsystem“ oder „kein Plastikmüll“. Die fünf SchülerInnen der Christoph-Probst-Mittelschule, darunter die drei Schulsprecher, kämpfen für „Freiheit, Frieden, Zivilcourage, Mut, Solidarität und Gerechtigkeit“. Ihre T-Shirt-Aktion, die in Zusammenarbeit mit Künstler Johannes Volkmann entstand, soll auf wichtige Themen unserer Gesellschaft aufmerksam machen.

Bürgermeister Beuting hörte den Jugendlichen aufmerksam zu. Ihnen ist wichtig, dass man den Mut hat, zu seiner eigenen Meinung zu stehen, wie es der Namensgeber ihrer Schule, der Murnauer Widerstandskämpfer Christoph Probst getan hat.

„Zum Glück leben wir heute in einem Land, in dem man vom Staat nicht bestraft wird, wenn man seine Meinung äußert“, sagte der Bürgermeister bei dem Treffen, machte aber auch darauf aufmerksam, dass man trotzdem für seine Haltung angefeindet werden kann: „Das muss man dann aushalten können.“ Auf seine Frage, für welche Werte Probst heute wohl einstünde, hatten die Schüler schnell Antworten parat, wie „für mehr Gerechtigkeit“, „gegen Homophobie“ und „gegen Rassismus“.

Dass jeder einzelne Mensch so akzeptiert wird, wie er ist, bezeichneten die Jugendlichen aus vier verschiedenen Schulklassen als großes Anliegen. Auf den Rücken des Shirts von Suela Mazrek mit der Aufschrift „mehr Akzeptanz“ setzte Bürgermeister Beuting seine Unterschrift. „Das unterschreibe ich sofort!“, so der Rathauschef.

In dem Gespräch ging es auch um die Frage, wie den Schülern im Alltag Themen wie Homophobie oder Rassismus begegnen. „Bei uns an der Schule nicht so, aber im Dorf merkt man das schon, wenn es zum Beispiel um die Unterbringung von Flüchtlingen geht“, berichtete ein Schüler aus dem Alltag.

Den Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren ist wichtig, dass über Themen, die auf ihren T-Shirts formuliert sind, gesprochen und berichtet wird, darunter auch die Forderungen „keine Kohlekraft“ und „kein Plastikmüll“. Der Klima- und Umweltschutz gehe alle an, ob Schüler oder Bürgermeister. „Uns geht es auch darum, zu zeigen, dass wir nicht faul sind, wie es uns Jugendlichen oft vorgeworfen wird. Wir stehen für das ein, was uns wichtig ist und wir sind sehr aktiv in der Schule und in der Freizeit“, betonten die Sprecher der Mittelschule in dem Gespräch.

Das beeindruckte Beuting: „Ihr habt begriffen, dass es um eure Zukunft geht und es ist wichtig, dass ihr diese Themen nicht loslasst. Unser Wohlstand und unsere Freiheit beruhen auf dem, was ich auf euren T-Shirts lese.“ Der Rathauschef bedankte sich bei den Schülern für ihr Engagement und ermunterte sie: „Bitte bleibt dabei! Für mich ist es eine große Ehre, dass ihr ins Rathaus gekommen seid.“

Von Kreisbote

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