Ära Schweiger geht zu Ende – Nach 35 Jahren: CSU-Stadtrat gibt Mandat ab – Nachrücker Anton Schreitt vereidigt

Abschied und Wiedereinstieg: Rainer Schweiger (li.) zieht sich nach 35 Jahren aus dem Stadtrat zurück. Bürgermeister Markus Loth nahm Anton Schreitt (re.) den Eid ab. Fotos (2): Hofstetter

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MARIA HOFSTETTER; Weilheim – In ein tiefes Loch fallen? Nein, das werde er nicht, versprach Rainer Schweiger, als er sich am 13. Juli von seinen Stadtratskollegen verabschiedete. Künftig, ahnt er, werden neue Schlagwörter wie „kannst du mal?“ oder „holst du mal?“ seinen Familienalltag bestimmen. 35 Jahre saß der 70-jährige CSU-Kommunalpolitiker und ehemalige Vizelandrat ohne Unterbrechung im Stadtrat, war Fraktionsvorsitzender, in Ausschüssen und Gremien, als Referent für Sport, den Dietlhofer See, die Senioren und das Bürgerheim aktiv. Nur Lorenz Erhardt (SPD) hatte es in diesem Ehrenamt bisher auf 41 Jahre gebracht, zollte Bürgermeister Markus Loth dem bekannten Weilheimer Geschäftsmann, der aus gesundheitlichen Gründen um seine Entlassung gebeten hatte, Respekt. Loth kam auf das Wahljahr 2002 zu sprechen, in dem Schweiger das beste Stimmenergebnis erzielt hatte. Bei der Stadtratswahl 2008 setzten ihn die Weilheimer auf Platz 1 der CSU-Liste. Ein Mann großer Worte war Schweiger nie, doch „seine Beiträge hatten Gewicht“, bescheinigte ihm der Bürgermeister und dass es Schweiger in hitzigen Diskussionen verstanden habe, „über Fraktionsgrenzen hinweg die Gemüter zu beruhigen“. Als Dank überreichte ihm Loth nebst Ehrenurkunde und selten verliehener Goldmünze einen Jubiläumsbierkrug, den der Beschenkte „jeden Abend einmal mit Bier füllen“ will. „Vergelts Gott für die unbezahlbare Arbeit“ sagte Fraktionskollege Klaus Gast, einen blühenden Rosenstock als symbolisches Präsent in den Händen. Dr. Norbert Vidal (BfW) hatte für den „Fels in der Brandung des politischen Wandels“ einen Geschenkkorb dabei, Gerhard Trautinger (SPD) eine Flasche „Vino di Sozi“. Auch Grüne/FDP/UWV bedauern laut Alfred Honisch das Ausscheiden des „geschätzten Kollegen“. Mit soviel guten Worten überhäuft, erklärte Schweiger, es sei für ihn „Ehre und Pflicht“ gewesen, sich für die Bürger seiner Heimatstadt zu engagieren. Dass er seine „wertvolle Freizeit für Weilheim opfern“ konnte, sei auch dem loyalen Zusammenhalt seiner Familie zu verdanken. Anton Schreitt nimmt Schweigers Platz am Rathaustisch ein. Der 33-jährige Steuerberater, der von 2002 bis 2008 bereits Stadtratserfahrung sammeln konnte, ist Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss, Verwaltungsrat der Stadtwerke und Referent fürs Bürgerheim. Ein Anliegen ist Schreitt neben dem Einarbeiten in sein neues Referat „die Konsolidierung des städtischen Haushalts“. Zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wählten die CSU-Räte einstimmig Kulturreferentin Ragnhild Thieler.

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