Im Seeshaupter Gemeindewald werden Biotopbäume bewahrt

Bäume – ein Ort des Lebens

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Erlen mit Pilzen und Spechtlöchern im Seeshaupter Wald.

Seeshaupt – Sie haben eine deutlich höhere Lebenserwartung als wir Menschen, dennoch leben Bäume nicht ewig und bekommen mit der Zeit ihre Zipperlein.

Äste brechen ab, Teile der Krone verdorren, Rindenstücke fallen ab. Was für den Baum weniger erfreulich ist bietet einer Vielzahl von Lebewesen eine neue Heimat. Spechte, Pilze und Insekten sind auf diese „Schwachstellen“ angewiesen, um ihr Überleben zu sichern. Gleichzeitig sind sie Wegbereiter für neues Leben am sterbenden Baum. Baumpilze besiedeln Schadstellen und zersetzen freigelegtes Holz, Kleinspechte hämmern in das aufgeweichte Holz ihre Brut- und Wohnhöhlen und seltene Käfer, wie der Eremit, sind dankbare Nachmieter, wenn die Spechtfamilie ausgezogen ist. „Auch wenn der Baum abgestorben ist, steckt viel Leben in ihm. Für Arten, die totes Holz zum Leben brauchen, ist er wie eine Oase in der Wüste“, erklärt der Staatliche Revierleiter Marco Walbrecker.

Der Erhalt von Biotopbäumen und Totholz wird in Landschaftsschutzgebieten oder Natura 2000-Gebieten mit staatlicher Förderung auch finanziell unterstützt. „Für den Baumbesitzer ist ein abgestorbener Baum nichts wert, in der Nähe von Straßen sogar eine unzumutbare Gefahr“, erläutert Bürgermeister Bernwieser, „sein Erhalt in abseits gelegenen Bereichen ist für die Natur jedoch unbezahlbar. Deshalb bewahren wir in unserem Gemeindewald ganz bewusst Biotopbäume.“ Der Mythos, dass ein Wald „aufgeräumt“ sein muss, sei schon lange widerlegt.

Von Kreisbote

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