Ausbau startet 2018 – Baugenehmigung für Seewirtschaft

Aidenried soll Hotspot werden

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Von einem idyllischen Naherholungsgebiet ist Aidenried noch weit entfernt. Spaßvögel glauben gar, dass die neue Seewirtschaft erst 2025 eröffnen wird. Die Gemeinde Pähl gibt jetzt Gas und drängt auf einen raschen Baubeginn.

Aidenried – Eines der idyllischsten Fleckerl rund um den Ammersee ist das Erholungsgebiet Aidenried am Ostufer, wo man den Sonnenuntergang eigentlich am besten genießen könnte.

Könnte, denn von Idylle und Erholung kann hier seit zwei Jahren keine Rede mehr sein. Seit dem Abbruch der maroden Seewirtschaft schreckt eine Stein- und Betonwüste hinter Bauzäunen Einheimische und Touristen ab. Nur hartgesottene Badegäste fanden heuer den Weg zum Erfrischen an den See. Ein längerer Aufenthalt reizte nicht, zumal es in dieser Saison weder Eis, Getränke oder eine Brotzeit zu kaufen gab. Der Pähler Gemeinderat hatte eine gastronomische Interimslösung mit mobilen Ausschank- und Imbisswagen einstimmig abgelehnt, die der Erbbauberechtigte und künftige Betreiber der Wirtschaft beantragt hatte. Partner von Michael Kuriat sollte hier Markus Thomas Piechotta von „Matos Fischladen“ in Herrsching und Weßling sein. Der Interimsbetrieb wäre nach eigener Aussage für Kuriat wichtig gewesen, um die quasi als Sanktion erhöhte Pacht von monatlich 1 000 Euro an die Gemeinde Pähl zu stemmen. Die Vorleistungen für Abriss, Gutachten und Planungen hätten zu enormen finanziellen Belastungen geführt.

Mit der Ablehnung machte das Ratsgremium klar, dass man auf dem gemeindeeigenen Grundstück nun endlich die Gaststätte haben will, die längst in Bau sein sollte. Michael Kuriat habe durch die zu spät eingereichten Anträge für Abriss und Neubau Mitschuld an der Verzögerung. Der geplante Baubeginn habe sich aber auch durch die Stellplatzproblematik weiter nach hinten verschoben. Nachdem nun 20 Parkplätze nachgewiesen wurden, liege die Baugenehmigung jetzt vor, so Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer. „Michael Kuriat hat mir zugesagt, sehr zeitnah mit dem Bau zu beginnen“, so Grünbauer. „Aber unsere Bürger glauben das erst, wenn die Bodenplatte fertig ist.“ Inzwischen laufen in der Ammersee-Region schon Wetten, wer schneller eröffnet: Der Berliner Hauptstadtflughafen BER oder die Seewirtschaft Aidenried. Spaßvögel haben unter das Schild „Eröffnung 2025“ geschrieben.

Unabhängig von der „unendlichen Geschichte“ der neuen Seewirtschaft ist die Gemeinde Pähl jetzt mit der Umgestaltung des Aidenrieder Freizeitgeländes einen Schritt weiter gekommen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden der Kauf einer Badeinsel sowie die Beauftragung der Angebotseinholung für einen Naturbeobachtungsturm einstimmig verabschiedet. Die quadratische fünf mal fünf Meter große Badeinsel mit Lärchenholzverkleidung und Stegleiter kostet 15 624 Euro und soll zur nächsten Badesaison im See verankert werden. Über den Winter wird sie am Ufer gelagert. Vor allem für Jugendliche wird die Badeinsel ein Highlight und erweitert die Liegekapazität auf dem Steg, so Bürgermeister Grünbauer.

Ein weiteres Highlight könnte der Naturbeobachtungsturm werden. Der knapp sechs Meter hohe offen gestaltete Kubus aus Latten verspricht in der oberen Etage einen einmaligen Rundumblick auf See und Gelände. Für vogel- und naturkundlich Interessierte ist damit ein Spaziergang zum Turm auch während der Frühjahrs-, Herbst- und Winterzeit lohnend. Die geschätzten Kosten für den Turm werden knapp unter 40 000 Euro liegen. Bereits Ende Januar 2016 hat der Leader Steuerkreis einen Zuschuss von 175 000 Euro für „Ausbau und Inwertsetzung“ des Erholungsgebietes Aidenried verabschiedet. Damit beträgt die Fördersumme die Hälfte des Projektvolumens von 350 000 Euro. Pähl will mit Baubeginn 2018 ein zeitgemäßes, attraktives Freizeitangebot am südlichen Ammersee für Bürger und Gäste der Region schaffen. Mit dem Ausbau des Parkplatzes, vergrößerten Liegewiesen, Umkleidekabinen, Außendusch- und WC-Anlagen, einer öffentlichen Slipanlage für kleine Boote, der Badeinsel und dem Naturbeobachtungsturm wird Aidenried spätestens ab 2019 zum Hotspot der örtlichen Naherholungsmöglichkeiten am Ammersee. Und wenn bis dahin die neue Seewirtschaft für eine anständige Brotzeit sorgt, ist das Ausflugsziel endlich perfekt.

Von Dieter Roettig

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