Sehr hoher Kostenfaktor – Zehn Millionen Euro für Sanierung der Josef-Zerhoch-Mittelschule

Wegen der ausufernden Kosten war vor ein paar Monaten bezüglich der Generalsanierung der Josef-Zerhoch-Mittelschule noch ein Planungsstopp verhängt worden (wir berichteten). Wenn auch zähneknirschend, hat der Marktrat nun aber grünes Licht für das Mammutprojekt gegeben: In seiner jüngsten Sitzung verabschiedete das Gremium einhellig die vom Architekturbüro „G+O Architekten“ überarbeitete Entwurfsplanung. Kalkulierter Kostenrahmen: Rund zehn Millionen Euro.

Ursprünglich war die Sanierung mit lediglich 8,6 Millionen Euro veranschlagt worden. Wie sich später allerdings herausstellte, hatte das damals beauftragte Ingenieurbüro „kplan“ relevante Kostenfaktoren nicht berücksichtigt. Ob die Gemeinde wegen der offensichtlichen Falschberechnung rechtliche Schritte gegen die Abensberger Planungsfirma einlegt, ließ Vanni im Verlauf der Ratssitzung offen. „Dazu möchte ich erst in der nicht öffentlichen Sitzung etwas sagen“, erklärte die Rathauschefin auf Nachfrage von Gemeinderat Matthias Reichhart (Bürgervereinigung). Die von „G+O“ vorgelegte Planung lobte Marktkämmerer Reinhold Walter hingegen als „schlüssige Kostenaufstellung“. Vor allem im Raumprogramm wurde ordentlich abgespeckt und ein Geschoss komplett aus den Planungen gestrichen. Statt in PC-Räumen arbeiten die Schüler künftig mit mobilen Laptops. Und auch eine von der Schulleitung nach dem Planungsstopp erstellte Prognose der Schülerzahlen brachte plötzlich noch einmal Einsparpotenziale im Flächenbedarf. Verzichtet wird zudem auf die Überdachung der Fahrradständer und bei der Bepflanzung im Außenbereich soll verstärkt der Bauhof zum Einsatz kommen. Trotz aller Sparbemühungen: Für die Gemeinde wird die Generalsanierung ein finanzieller Kraftakt. Wie Walter im Marktrat betonte, würden zwar staatliche Zuschüsse und KfW-Kre- dite für Entspannung sorgen, das Projekt sei aber nicht ohne zusätzliche Schuldenaufnahme zu stemmen: „Wir werden es finanzieren können, aber nur, weil wir es finanzieren müssen.“ Bereits in vier Wochen wollen die Planer den Bauantrag einreichen. Um die Faschingszeit soll dann mit der Entkernung des rund 40 Jahre alten Betonkomplexes begonnen werden. Aufgrund der Asbest- und PCB-Belastung wird das Gebäude während des zwei bis drei Monate dauernden Teilabbruchs komplett eingehaust. Ab Mai kommenden Jahres soll der Startschuss für die Rohbauarbeiten fallen und noch vor Wintereinbruch der Innenausbau anlaufen. Der Fertigstellungstermin der Generalsanie- rung ist für den Sommer 2014 anvisiert.

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