Verborgene Vergangenheit

Seitenstraße der Kemmelallee soll Am Barbarakeller heißen

Seitenstraße Richtung Offiziersheim.
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Braucht einen eigenen Namen, bekommt einen eigenen Namen: Die Seitenstraße Richtung Offiziersheim wird in Am Barbarakeller umbenannt.
  • vonAntonia Reindl
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Murnau – Schlägelklopfen, Kegelpoltern und reichlich Bier. Vor rund 200 Jahren wurde auf einem Hügel in Murnau ein Bräuhaus errichtet, mit zwei Kellergewölben, die einst als Fasslager und Fassmacherwerkstatt dienten und später Platz für Gebräu und geselliges Beisammensein boten. Jener Keller, einziges Relikt des Anwesens, befindet sich heute unter dem Lokal Zum Murnauer und ist nun Namensgeber für eine Straße.

In Nostalgie will die Gemeinde nicht schwelgen. Zumindest nicht vorrangig. Die Straße gegenüber dem Aldi-Parkplatz beziehungsweise dem Volksfestplatz wird umbenannt in Am Barbarakeller, weil eine solche Taufe von Nöten ist. In der Februar-Sitzung des Bauausschusses „wurde die Problematik angesprochen, dass hinsichtlich eines kürzlich behandelten Bauvorhabens östlich des Offiziersheims gegebenenfalls eine Straßenneubenennung erforderlich wird“, heißt es in der entsprechenden Vorlage der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Der Straßenname der „kleinen Sackgasse neben dem Offiziersheim“ sei bisher nicht eindeutig, fügt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hinzu.

Das ändert sich nun aber, der Gemeinderat stimmt geschlossen für die Umbenennung der kleinen Seitenstraße. Am Barbarakeller soll die Straße nun heißen, immerhin führt sie zu dem Ort, an dem noch heute ein rund 200 Jahre alter Lagerkeller zu finden ist.

Heute stülpt sich das Restaurant Zum Murnauer darüber, damals stand an selbiger Stelle ein Bräuhaus, von dem heute nur besagter Keller geblieben ist. In den zwei großen unterirdischen Gewölben, die den Namen Barbarakeller tragen, lagerten Brauereien ihr Bier, auch eine Fassmacherwerkstatt soll dort einmal zu finden gewesen sein. Später hätten Murnauer daraus einen Veranstaltungsort gemacht, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Zwar bedarf die Sackgasse einer eigenen Straßenbezeichnung wegen aktueller und vielleicht auch künftiger Bauvorhaben. Doch mit der Benennung auch an Vergangenes zu erinnern, das nur noch in Teilen und im Verborgenen erhalten ist, ist ein schöner Nebeneffekt dieser Notwendigkeit.

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