Ausweitung des "selbstgeschnitzten Nahverkehrs" in Planung

Zusammen fährt sich´s besser

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Der „selbstgeschnitzte“ Nahverkehr in Murnau.

Region – Der Umwelt zuliebe wollen immer mehr Menschen das Auto öfter mal stehen lassen.

Aber was sind die Alternativen? Fahrrad oder Bus fahren? Zu Fuß gehen? In Murnau, Aidling, Riegsee und bald auch in Schlehdorf gibt es noch eine andere Möglichkeit – den „selbstgeschnitzten Nahverkehr“. Und wie funktioniert der? Ganz einfach, wer mitgenommen werden möchte, setzt sich auf eine der Bänke, die in den drei Ortschaften zu finden sind. Die Bankseite (rechts oder links) gibt an, in welche Richtung der Fahrgast mitgenommen werden möchte. Dann muss derjenige nur noch auf eines der Autos warten, das sich für die Aktion registriert hat und schon kann´s losgehen. Damit Kinder wissen, in welche Wagen sie einsteigen dürfen, sind die registrierten Autos mit Aufklebern, auf denen ein „M“ zu sehen ist, gekennzeichnet. Zu bekommen sind diese Aufkleber bei den beiden Staffelsee-Krämern und unter volkmann@daspapiertheater.de. Während der Fahrt ist der Gast durch die Haftpflichtversicherung des Fahrers geschützt.

Das Kunstprojekt, welches seit September letzten Jahres läuft, solle noch mehr Orte miteinander verbinden als jetzt schon, sagte Initiator und Projektkünstler Johannes Volkmann (Das Papiertheater). Die Idee für den „selbstgeschnitzten Nahverkehr“ kam in der „Fa. Zusammenkunst“ auf. Zuerst habe es den Gedanken gegeben, sich gemeinsam ein Elektroauto anzuschaffen, dies habe sich aber als zu schwierig gestaltet, sagte Volkmann. Unter anderem mit Nana Klaasmann und Karen Freude kam er dann auf die Idee des „selbstgeschnitzten Nahverkehrs“. Dadurch gebe es weniger Verkehr auf den Straßen und die Menschen könnten sich kennen lernen. Ganz neu ist der Einfall aber nicht, so Volkmann, da es ein solches Projekt auch schon am Hundsrück gibt. Neu sei aber, dass die Bänke in Schnitzworkshops selbst hergestellt würden. Dabei halfen Volkmann Kinder und Jugendliche aus den jeweiligen Gemeinden.

Ziel ist es, in den nächsten Jahren weitere Workshops im Oberland anzubieten und dadurch so viele Bänke bereitzustellen, wie benötigt werden. Die Bank in Schlehdorf wird ebenfalls von Volkmann sowie Kindern und Jugendlichen gestaltet. Behilflich ist ihnen dabei der Schlehdorfer Künstler Martin Schuster von Oikos e. V.. Innerhalb des Klimafrühlings findet in Schlehdorf am Donnerstag, 1. März, im Gasthof Klosterbräu um 19.30 Uhr eine öffentliche Infoveranstaltung statt. Sobald das Wetter mitspielt, im April oder Mai, soll dann der nächste Workshop abgehalten werden. Somit soll die Strecke von Murnau nach Schlehdorf und vielleicht sogar nach Kochel ebenfalls abgedeckt werden.

Im Winter sei zwar „a bisserl wenig los“ gewesen, jedoch sei die Hilfsbereitschaft enorm, zieht Volkmann Bilanz. Allerdings fehlen momentan noch die Fahrgäste. Während die Jugend das Angebot gut annimmt, lassen ältere Generationen noch auf sich warten. Volkmann hofft im Sommer auf mehr Nachfrage. Das Ganze müsse noch „eingeübt“ werden.

Von politischer Seite aus wurde das Projekt begrüßt. Sowohl Rolf Beuting (Murnau) als auch Rudolf Kühn (Riegsee) hätten es befürwortet und sogar ein bisschen finanziell unterstützt, sagte Volkmann. Beuting wird daher auch bei der Infoveranstaltung am 1. März sprechen. Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher stehe der Idee ebenfalls sehr aufgeschlossen gegenüber, so der Projektkünstler.

Wer sich am „selbstgeschnitzten Nahverkehr“ beteiligen möchte, kann sich mit Volkmann unter volkmann@daspapiertheater.de in Verbindung setzen.

Von Sofia Wiethaler

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