Senioren liebevoll betreut – 20 Jahre Paula-Lindauer-Haus und zehn Jahre Tagespflege in Peißenberg gefeiert

Auch Schautafeln erinnerten beim Festakt an das Ehepaar Lindauer. „Die Marktgemeinde ist froh, dass sich hier ein kleines Pflegezentrum gebildet hat“, lobte Bürgermeisterin Manuela Vanni (im Bild rechts) das Engagement der Träger. Claudia Hörbrand (Einrichtungsleiterin im Caritas-Seniorenzentrum) und Ludwig Bertl (Geschäftsführer der Sozialstation) nahmen es wohlwollend zur Kenntnis. Fotos (2): Jepsen

Allen Grund zum Feiern hatte kürzlich die Paula-Lindauer-Stiftung: Das gleichnamige Seniorenhaus am Fuße der Alten Bergehalde, in dem die Ökumenische Sozialstation des Landkreises untergebracht ist und die Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH (CAB) eine Langzeitpflege betreibt, wurde 20 Jahre alt.

Parallel zu den Feierlichkeiten mit rund 100 Gästen galt es auch, die Arbeit der integrierten Tagespflege zu würdigen, die seit nunmehr zehn Jahren unter dem organisatorischen Dach der Sozialstation kurzfristige Betreuungsangebote für pflegebedürftige Menschen anbietet. In den Festreden wurde natürlich an Josef Lindauer, den Gründer der Stiftung, erinnert. Der 1999 verstorbene Landmaschinenunternehmer hatte 1990, in Gedenken an seine Frau Paula, Geldmittel zum Bau einer Pflegeeinrichtung aus seinem Privatvermögen zur Verfügung gestellt. Nach einer kurzen Planungs- und Bauzeit wurden bereits am 15. Februar 1992 die ersten Bewohner aufgenommen. „Ohne seine großherzige Tat“, betonte Klaus Hosse im Namen der Stiftung, „wäre das alles nicht geschaffen worden.“ Lindauers Anliegen sei es immer gewesen, den Gästen des Hauses eine familiäre Atmosphäre zu bieten. „Er hat mehrfach zu mir gesagt, dass wir nicht am falschen Ende sparen sollten“, berichtete Hosse in seinem Rückblick. Bürgermeisterin Manuela Vanni lobte dann auch die „hervorragende Arbeit“ von Sozialstation und CAB als Träger des Paula-Lindauer-Hauses. Die Betreuung der pflegebedürftigen Menschen geschehe äußerst liebevoll: „Das stelle ich bei meinen vielen Geburtstagsbesuchen immer wieder fest.“ Die Rathauschefin fand aber auch nachdenkliche Worte: Der Staat müsse beispielsweise dafür sorgen, dass höhere Zuschüsse für behindertenge- rechtes Wohnen gezahlt werden. Zudem dürfe sich die ambulante Pflege nicht nur auf „Durchschnittsleistungen“ beschränken, sondern müsse sich auch auf die gesellschaftlich-soziale Kontaktpflege beziehen. „Jeder Mensch sollte die Pflege erhalten, die er braucht, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können“, so Vannis Forderung. In die gleiche Kerbe stieß Ludwig Bertl: „Dass die Menschen heutzutage 90 oder sogar 100 Jahre alt werden, ist keine Seltenheit – vergessene Menschen aber auch“, stellte der Leiter der Sozialstation fest. Neben der Tagespflege betreuen die Stationsmitarbeiter derzeit im ambulanten Dienst rund 600 pflegebedürftige Menschen in der Region. Die CAB wiederum bietet in ihren vier Unterkünften 137 vollstationäre Plätze an und das soll so bleiben: „Unser Ziel ist es, die Einrichtungen langfristig zu sichern“, so CAB-Geschäftsführerin Brigitta Hofmann.

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