Kumulieren, Panaschieren, Listenwahl – Rund um die Stimmenverteilung

Wie setze ich meine Kreuzchen?

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Die komplizierteste Wahl am 16. März ist die des Kreistags. 60 Stimmen darf hier jeder Wahlberechtigte vergeben.

Landkreis – „Das Wahlrecht ist eines der grundlegenden staatsbürgerlichen Rechte. Alle Wahlberechtigten sollten davon Gebrauch machen und so ihrer Meinung Geltung verschaffen,“ betonte einst Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Aber wie wird eigentlich gewählt? Der Kreisbote bringt Licht ins Dunkel der Wahlkabine.

Gewählt werden am 16. März in ganz Bayern die Bürgermeister und die Landräte in unmittelbarer Wahl. Außerdem entscheiden die Wähler in 2 056 Städten, Märkten und Gemeinden sowie in 71 Landkreisen, wer für die nächsten sechs Jahre im Kreistag, Gemeinde-, Marktgemeinde- oder Stadtrat vertreten sein wird.

Landrat und Bürgermeister

Für die Wahl des künftigen Landrats dürfen die Wähler auf dem blauen Zettel ein Kreuzchen hinter einem der vier Bewerber machen.

Auch bei der Wahl des Bürgermeisters (gelber Zettel) darf jeder Wähler nur eine Stimme vergeben. Liegen mehrere Wahlvorschläge vor, kann der Wähler sein Kreuzchen also hinter einen der Namen setzen. Einen weiteren Namen auf den Stimmzettel hinzuzufügen, ist nicht zulässig. Diese Möglichkeit besteht nur dann, wenn lediglich ein oder gar kein Wahl- vorschlag vorliegt. 

Gewählt ist der Landrat oder Bürgermeister, wenn er mehr als die Hälfte der abgegebenen und gültigen Stimmen erhalten hat. Wurde diese Mehrheit nicht erreicht, kommt es zwei Wochen nach der Wahl zur Stichwahl.

Ungültige Stimmen

Jeder Wähler erhält jeweils einen Stimmzettel für die Landrats- und Bürgermeisterwahl, einen für Stadt- oder Gemeinderat sowie einen für die Kreistagswahl. Bei dieser Fülle von Stimmzetteln, Listen und Kandidaten muss darauf geachtet werden, dass der Stimmzettel nicht ungültig wird. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es nicht eindeutig erkennbar ist, für wen die Stimmen abgegeben werden oder wenn er leer oder mit Bemerkungen versehen in der Urne landet. Das Streichen von Namen allein genügt nicht. Ungültig ist er auch, wenn die Gesamtstimmenzahl überschritten ist, was vor allem bei der Wahl des Kreistags leicht passieren kann.

Anzahl der Stimmen

Während für Landrat und Bürgermeister nur eine Stimme vergeben werden darf, ist die Anzahl der Stimmen bei der Wahl des Kreistags und Gemeinde- sowie Stadtrats von der jeweiligen Einwohnerzahl und der Zahl der Mandate abhängig. So haben die Wähler im Landkreis Weilheim-Schongau bei der Kreistagswahl 60 Stimmen zu vergeben, da ebenso viele Sitze zur Verfügung stehen. Etwas komplizierter ist die Sache bei Gemeinde- und Stadtrat. Auch hier hängt die Zahl der Stimmen von der Einwohnerzahl ab. Aber keine Sorge: Die Zahl der zu vergebenden Stimmen ist auf den Stimmzetteln gedruckt.

Kreuze setzen

Liegen mehrere Wahlvorschläge vor (Listen), hat der Wähler verschiedene Möglichkeiten, seine Kreuze zu setzen. Kreuzt er nur eine Liste an, nimmt er diesen Wahlvorschlag unverändert an. Jeder Kandidat auf dieser Liste erhält so eine Stimme. Kandidaten, die zweimal aufgeführt sind, bekommen zwei Stimmen, solche mit dreifacher Nennung drei Stimmen.

Mit ihren Stimmen kann die wählende Person die Chancen einzelner Kandidaten, ein Mandat zu erringen, durch Häufeln (Kumulieren) vergrößern: Sie kann ihren Favoriten bis zu drei Stimmen geben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Gesamtstimmenzahl nicht überschritten wird. Denn dann wären alle Stimmen auf dem Zettel ungültig. 

Der Wähler kann aber auch Personen von verschiedenen Listen wählen (Panaschieren). Und letztlich sind Panaschieren und Kumulieren in Kombination mit einem Listenkreuz möglich. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn die wählende Person sicherstellen will, dass keine Stimme verloren geht. Durch das Listenkreuz werden die restlichen Stimmen an die Kandidaten der Liste vergeben.

Aktives Wahlrecht

Ihre Stimme abgeben dürfen bei Gemeindewahlen (Bürgermeister und Gemeinderat) und bei allen Landkreiswahlen (Landrat und Kreisräte) alle Unionsbürger, also alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes und alle Staatsangehörigen der übrigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, sich seit mindestens zwei Monaten schwerpunktmäßig in der Gemeinde/im Landkreis aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausdrücklich ausgeschlossen sind. 

In den Wahllokalen im Landkreis abgestimmt werden kann von 8 bis 18 Uhr. Sollte es zur Stichwahl für Bürgermeister- oder Landratskandidaten kommen, so wird am Sonntag, 30. März, noch einmal abgestimmt.

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