Viel Rauschgift im Landkreis

Polizeipräsidium Oberbayern Süd stellt Kriminalitätsstatistik für 2017 vor – Weniger Einbrüche und Verkehrsunfälle

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(V.li.): Robert Kopp, Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, stellte gemeinsam mit Harald Pickert, Polizeivizepräsident, die Kriminalitätsstatistik des Landkreises Weilheim-Schongau für das Jahr 2017 vor.

Landkreis – Wie sicher ist es in Weilheim-Schongau? Die Antwort darauf ist: sehr sicher. Das belegt die Statistik, die das Polizeipräsidium Oberbayern Süd für das vergangene Jahr vorgestellt hat. Obwohl der Landkreis zu den sichersten in ganz Deutschland gehört, sind die Zahlen der Straftaten angestiegen.

Das liegt daran, dass die Einwohnerzahlen wachsen und die Zahl der Touristen steigt, erklärte Robert Kopp, Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Gezählt wurden 4 907 Straftaten (zum Vergleich: mit ausländerrechtlichen Delikten 4 966), 130 mehr als noch 2016. Wie Kopp sagte, sei diese Entwicklung auch den steigenden Rauschgiftdelikten zuzuschreiben. Dennoch ist die Sicherheitslage im Landkreis gut. Das macht besonders die sogenannte Häufigkeitszahl deutlich, die sich aus der Anzahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner ergibt. In Weilheim-Schongau liegt diese mit 3 666 deutlich unter der des Präsidiumsbereichs Oberbayern Süd (3 933) und Bayern (4 533). „Die Menschen hier leben sicherer als in anderen Gegenden in Deutschland“, das stellte Kopp fest. Grund hierfür sei auch die hohe Aufklärungsquote von 69,8 Prozent (3 423 Fälle). Das freute auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß: „Ich bin sehr beruhigt und freue mich, dass wir hier im Landkreis gut aufgehoben sind.“

Einbrüche

Erfreulich ist der Rückgang der Straftaten im Bereich der Einbrüche. Waren es 2016 noch 55, so konnten im letzten Jahr nur noch 46 Einbrüche in Wohnungen und Privathäuser verzeichnet werden. Davon 23, in denen der Täter nicht in das Haus oder in die Wohnung eindringen konnte. In gewerblichen Objekten zählte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit 77 Fällen einen Einbruch mehr als im Vorjahr, davon blieben 32 ohne Erfolg.

 

Trickbetrüger

Der Enkeltrick war gestern, heute geben sich Betrüger vermehrt als Polizisten aus, um an Hab und Gut von oftmals älteren Damen zu gelangen. Dadurch werde das vertrauensvolle Verhältnis der Bevölkerung zur Polizei ausgenutzt, ärgerte sich Kopp. Bei der Aufklärungsarbeit werden vor allem Angehörige der gefährdeten Senioren mit ins Boot geholt, um sie über die unterschiedlichen Maschen der Täter zu informieren und zu warnen, so Kopp.

Raub- und Körperverletzungen

Die Zahl der Raub- und Körperverletzungen ist im vergangenen Jahr um sechs Prozent zurückgegangen. Ein zunehmendes Aufgabenfeld stellen hier die Einsätze in Asylunterkünften dar, so Kopp. Von insgesamt 973 Fällen wurden knapp 255 von Zuwanderern begangen – oftmals untereinander. „Die große Masse lebt friedlich in den Unterkünften. Wir müssen uns um diese Menschen kümmern. Es gibt aber Einzelne, die gewalttätig werden“, so Kopp. Gegen diese werde konsequent vorgegangen. Auch der kulturelle Unterschied sei ein Problem: „In anderen Kulturkreisen ist die Konfliktbewältigung ganz anders als bei uns“, urteilte Kopp. Mit Präventionsarbeit soll die Sicherheit der Menschen gewährleistet werden. Dennoch sprach er sich für kleinere Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylbewerber aus, da die Erfahrung zeigte: „Umso größer die Asylunterkunft, desto größer die Probleme.“

Sexualdelikte

Vor zwei Jahren galt eine „Grapscherei“ noch als Beleidigung. Seit der Novellierung des Sexualstrafrechts im Jahr 2016 fällt dies unter eine Straftat. Das machte sich auch bei den steigenden Fallzahlen im Bereich der Sexualdelikte im Landkreis bemerkbar. Waren es 2016 noch 42, konnten vergangenes Jahr 55 Delikte verzeichnet werden. Laut Kopp ist diese Entwicklung ausschließlich auf die neue Gesetzeslage zurückzuführen.

Drogendelikte

Mit 38,8 Prozent ist der höchste Anstieg im Bereich der Rauschgiftkriminalität zu verzeichnen, erklärte Kopp. Zum Vergleich: Waren es 2016 noch 363 Delikte, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 504 an. „Das hat die Polizei durch entsprechende Kontrollen selbst erarbeitet“, erklärte er. Der drastische Anstieg sei ein Zeichen dafür, dass momentan mehr Rauschgift verfügbar sei als noch vor einigen Jahren. Er machte auch die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis für die steigenden Zahlen verantwortlich. „Dadurch denken junge Menschen, dass es nicht so gefährlich ist, wenn schon ältere Menschen über die Legalisierung von Cannabis diskutieren.“ Im Landkreis wurden bisweilen vor allem Cannabis und Marihuana festgestellt.

Verkehrsunfälle

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist rückläufig und das „trotz steigender Mobilität und höherem Verkehrsaufkommen“, wie Kopp erklärte. So sank die Zahl von 657 Unfällen im Jahr 2016 auf 614 im letzten Jahr. 

Von Maria Lindner 

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