Straftaten in fast allen Bereichen zurückgegangen – Sicherheitsbericht 2018 im Stadtrat vorgestellt

Wie sicher ist Weilheim?

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In fast allen Bereichen sind die Straftaten in Weilheim zurückgegangen. Die Außnahme bilden Verstöße gegen das Betäubungsmittelschutzgesetz und Anzeigen wegen Widerstands und tätlichem Angriff gegen Vollstreckungsbeamte.

Weilheim – Weilheims Bürger leben in einer sehr schönen und sehr sicheren Stadt, so Harald Bauer, Leiter der Polizeiinspektion Weilheim.

Er stellte in der letzten Stadtratssitzung den Sicherheitsbericht der Polizei für das Jahr 2018 vor. Erfreulich sei, dass die Straftaten im Stadtgebiet Weilheim deutlich zurückgegangen sind. Waren es 2017 noch 1 338 Taten sind es 2018 nur noch 1 226. Weniger Vorfälle gibt es in den Bereichen Körperverletzungen, Diebstähle, Sachbeschädigungen, Wohnungseinbrüche sowie bei den Fällen der Straßenkriminalität (siehe Kasten). Zugenommen haben die Delikte dagegen bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelschutzgesetz und bei den Anzeigen wegen Widerstand und tätlichen Angriffen gegen Vollstreckungsbeamte. Die Aufklärungsquote liegt im Bereich Weilheim bei 67,9 Prozent (2017: 72,1 Prozent). Bayernweit beträgt die Quote für 2018 65,4 Prozent.

Die Häufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten hochgerechnet auf 100 000 Einwohner) ist in Weilheim ebenfalls gesunken – von 5 988 in 2017 auf 5 484 2018. Tatverdächtige wurden in der Kreisstadt 662 ermittelt, davon sind 518 männlich. Der Anteil ausländischer Verdächtiger macht 37,2 Prozent aus. Von den insgesamt 1 226 Straftaten im Stadtgebiet wurden 192 von Zuwanderern begangen (2017: 230). Was die Kinder- und Jugendkriminalität anbelangt, liegt Weilheim leicht über dem bayernweiten Vergleich. Dies sei laut Bauer allerdings auch auf die vielen Schulen zurückzuführen. 2018 lag sie bei Kindern bei 2,6 Prozent (2,9), bei Jugendlichen bei 13,0 Prozent (11,5) und bei Heranwachsenden bei 12,7 Prozent (12,1).

Ein Punkt, der bei Bauer sichtlich für Freude sorgt, ist die Sicherheitswacht, welche seit dem 11. März 2019 im Einsatz ist. Gestartet ist die Wacht mit sieben Mitgliedern, inzwischen sind es schon acht, berichtete der Leiter der Polizeiinspektion. Interessenten gibt es noch zwei weitere. Bauer betonte, dass die Erfahrungen der Ehrenamtlichen bisher zu 100 Prozent positiv gewesen seien. Sie seien „kein einziges Mal blöd angemacht“ worden. Bauer lobte zudem die Mitglieder der Sicherheitswacht, die zum Beispiel bei Grillfeiern „völlig problemlos“ nach dem Rechten schauen. Besonders in Erinnerung blieben laut Bauer die Einsätze der Polizei beim Fliegerbombenfund in Weilheim und beim Lichtkunstfestival.

Auf die Thematik Drogen sollte eigentlich Bauers Kollege Thomas Loy, Leiter des Kommissariats für Rauschgiftbekämpfung bei der Kriminalpolizei Weilheim, nochmals gesondert eingehen, allerdings war dies in der letzten Sitzung aus Zeitgründen nicht möglich. Daher soll das an einem anderen Termin nachgeholt werden. Vor allem weltweit gesehen würde „uns“ die Problematik „überrollen“, so Bauer.

Positiv hervorgehoben wurde von beiden Seiten zudem das gute Miteinander zwischen Stadt und Polizei. Dies sei „nicht selbstverständlich“, wie Bürgermeister Markus Loth (BfW) betonte.

Laut Brigitte Holeczek (BfW) könne man sich „im Ganzen“ in Weilheim sicher fühlen. Schockiert zeigte sie sich allerdings von dem Anstieg der Delikte, die den Widerstand und tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte betreffen. Zudem erkundigte sie sich, wie Weilheim im Bezug auf die Drogenproblematik im bayernweiten Schnitt liege. Bauer gab an, dass die zunehmende Aggressivität ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. In puncto Drogen sei die Kreisstadt weder besonders auffällig noch liege sie unter dem Schnitt. Ob Bürger die Möglichkeit haben, die Sicherheitswacht anzurufen, wollte Alfred Honisch (Grüne) wissen. Dies verneinte Bauer. Die Sicherheitswacht würde Präsenz zeigen, allerdings habe sich noch kein einziger Polizeieinsatz daraus ergeben. Demnächst sollen die Ehrenamtlichen zudem mit Fahrrädern ausgestattet werden, so der Inspektionsleiter.

Walter Weber (Freie Wähler) erkundigte sich nach der Entwicklung bei Fahrraddiebstählen. Bauer gab an, dass diese Delikte in zwei Bereiche zu unterteilen seien. Die einen würden ein Fahrrad klauen, um es zu behalten und die anderen, um von A nach B zu kommen (unbefugter Gebrauch). Die Letzteren würden das Fahrrad dann einfach liegen lassen. Allerdings gebe es auch hier keinen signifikanten Anstieg. 2018 gab es zusammen mit den Delikten des unbefugten Gebrauchs 99 Fälle. 2017 war es lediglich einer weniger.

Von Sofia Wiethaler

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