Polizeipräsident Robert Kopp zum Sicherheitsbericht 2020

Polizeipräsident Robert Kopp.
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Polizeipräsident Robert Kopp.

Region – „Im Jahr 2020 hat sich die positive Tendenz der vergangenen Jahre bei der rückläufigen Entwicklung der Kriminalität bestätigt. Dies ist zweifellos ein erfreulicher Trend, der für das vergangene Jahr allerdings auch im Lichte der Corona-Pandemie betrachtet werden muss“, so Polizeipräsident Robert Kopp zum Sicherheitsbericht 2020.

Die beiden Lockdowns im Frühjahr und Winter, Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie nächtliche Ausgangssperren hätten dafür gesorgt, dass viele BürgerInnen gezwungen waren, ihre gewohnten Verhaltensweisen zu ändern. „Die eigenen Wohnräume wurden seltener verlassen, Urlaubsreisen fielen auf Grund geschlossener Hotellerie und Gastronomie aus, das öffentliche Leben kam an manchen Stellen fast komplett zum Erliegen“, berichtet Kopp. Diese Rahmenbedingungen hätten gleichzeitig Veränderungen im polizeilichen Einsatzgeschehen bewirkt. „Darüber hinaus ergaben sich Verschiebungen in einigen Kriminalitätsfeldern.“

„Die registrierten Straftaten haben vergangenes Jahr in unserem Zuständigkeitsbereich einen neuen statistischen Tiefstand erreicht. Auch unsere hervorragende Aufklärungsquote konnte mit 75,6 Prozent nochmals verbessert werden. Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik, mit weniger Straftaten als noch vor zehn Jahren, belegen den hohen und etablierten Sicherheitsstandard im südlichen Oberbayern“, gibt der Polizeipräsident an.

Trotz dieser positiven Entwicklung sei ihnen bewusst, dass das Sicherheitsgefühl „unserer Bevölkerung“ an manchen Stellen beeinträchtigt sei. „Ich sehe es als gemeinsame Aufgabe von Politik, Justiz und Polizei, den BürgerInnen im südlichen Oberbayern zu vermitteln, dass die objektive Sicherheit über Maß gewährleistet ist und sich die Menschen hier sicher fühlen können.“

Das Risiko im südlichen Oberbayern Opfer einer Straftat zu werden sei deutlich geringer, wie in vielen anderen Regionen der Bundesrepublik Deutschland. Der vorliegende Sicherheitsbericht mache dies sehr deutlich.

„Unser Ziel ist es, diesen guten Sicherheitsstandard zu erhalten – mit gezielter Prävention und einem hohen Druck auf Täter durch repressive Kriminalitätsbekämpfung!“ Insbesondere das Phänomen „Callcenter Betrug“, bei dem im vergangenen Jahr so viele Straftaten wie noch nie festgestellt wurden – auch wenn es in den meisten Fällen nur beim Versuch geblieben sei – verlange eine weitere Intensivierung der Maßnahmen.

„Die Nähe zu unserer Bevölkerung und der stetige Austausch mit unseren BürgerInnen sind mir eine Herzensangelegenheit und Elemente einer verbindenden und erfolgreichen Sicherheitsarchitektur“, versichert Kopp. Dazu zähle die bewährte „Notrufoffensive 110“. „Helfen Sie uns, damit wir Ihnen helfen können! Ihre Mitteilungen über verdächtige Wahrnehmungen tragen dazu bei, unsere Region noch sicherer zu machen“, ist sich der Polizeipräsident sicher. Die Tatsache, dass sich immer mehr Gemeinden und Städte für die Einführung einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht entscheiden würden, empfinde er als sehr erfreuliche Entwicklung.

„Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick! Getreu unserem Motto werden wir uns auch künftig gemeinsam mit anderen Behörden, Feuerwehren sowie mit Hilfs- und Rettungsdiensten für die bestmögliche Sicherheit und ein gutes Sicherheitsgefühl der Menschen im südlichen Oberbayern einsetzen“, so Kopp abschließend.

Datengrundlage des Sicherheitsberichts ist in erster Linie die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). In der PKS werden deutschlandweit alle polizeilichen Straftaten nach dem Strafgesetzbuch und dem Nebenstrafrecht, ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte, erfasst.

Der polizeilich zu betreuende Schutzbereichs des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd beinhaltet eine Fläche von 9 178 Quadratkilometer, 438 Kilometer Grenzverlauf zu Österreich und mit der Zugspitze den höchsten Punkt Deutschlands.

Dieser geografische Zuständigkeitsbereich wird durch die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die neun Landkreise Altötting, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Mühldorf am Inn, Rosenheim, Traunstein und Weilheim-Schongau gegliedert. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit seinen Dienststellen ist hier für die Sicherheit von 1 287 346 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2020) zuständig.

Von Kreisbote

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