"Keine Wichtigtuer oder Rambos"

Sicherheitswacht in Peißenberg startet mit neun Mitgliedern

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Die Polizeibeamten (v.li.) Tobias Neuner und Harald Bauer sowie (v.re.) Bürgermeisterin Manuela Vanni und der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd Robert Kopp führten die Sicherheitswachtler offiziell in ihren Dienst ein.

Peißenberg – Bereits im September 2019 patrouillierten die ersten Streifen durch Peißenberg, nun wurde die Sicherheitswacht in der Marktgemeinde im Rahmen eines Pressetermins ganz offiziell eingeführt.

Sechs Frauen und drei Männer bilden künftig das Stammpersonal für die ehrenamtliche Sicherheitswacht. Sie haben eine 40 Unterrichtseinheiten umfassende Ausbildung durchlaufen. Auch die charakterliche Eignung wurde überprüft. „Wir haben genau die Leute bekommen, die wir haben wollten. Sie haben das richtige Rollenverständnis“, schwärmte Weilheims Polizeichef Harald Bauer beim Pressegespräch – ebenso wie sein Kollege Tobias Neuner, der von Seiten der Polizei die Sicherheitswachten betreut: „Wir haben keine Wichtigtuer oder Rambos dabei.“ Lob für die Sicherheitswachtmitglieder gab‘s auch von Robert Kopp, dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd: „Sie sind Menschen, die Verantwortung übernehmen und hinschauen.“

Die ersten Erfahrungen mit der Sicherheitswacht in Peißenberg, so hieß es beim Pressegespräch, seien durchweg positiv. Beim Weihnachtsmarkt an der Tiefstollenhalle zum Beispiel habe eine Streife Präsenz gezeigt und sei von den Bürgern gut angenommen worden. Einsatzschwerpunkte sind laut Neuner der Ammerdamm, das Umfeld des Asylbewerberheims in der Gümbelstraße, der Friedhof, der Skaterplatz an der Moosleite und der Abenteuerspielplatz am Michelsbach. Auch das Rigi-

Center, der Bahnhofsbereich und die Knappengedächtniskapelle auf der Neuen Bergehalde stehen regelmäßig im Streifenplan. Die Einsatzorte werden von der Polizeidienststelle in enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Marktgemeinde festgelegt.

Bürgermeisterin Manuela Vanni äußerte zum Beispiel den Wunsch, dass die Sicherheitswacht im Umfeld des neuen Bürgerhauses respektive Jugendzentrums öfters nach dem Rechten schaut. „Dort haben wir ein bisschen Probleme mit Alkohol“, berichtete die Rathauschefin.

Im Präsidiumsbezirk gibt es in 18 Kommunen Sicherheitswachten. Sie sollen ein Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei sein. Kopp sprach von einem „absoluten Erfolgsmodell“. Konflikte könnten von den Sicherheitswachten niederschwellig auf kommunikative Art gelöst werden – ohne den Eingriff der Beamten. Die Verfolgung von Straftaten sei aber nach wie vor die Aufgabe der Polizei.

Das ist die Peißenberger Sicherheitswacht:

Michaela Dlabac (Verwaltungsangestellte), Konstanze Schmid (psychologische Beraterin), Sonja Fabel (Fachkrankenschwester), Birgit Engelberger (Altenpflegerin), Silvia Höring (Leiterin der Mensa-Ausgabe in der Peißenberger Mittelschule), Birgit Albert (Heilpraktikerin), Gerold Grimm (Verwaltungsfachwirt, früherer stellvertretender Bauamtsleiter in Peißenberg), Rainer Hoberg (pensionierter Zollbeamter), Ernst Frohnheiser (Chirurg).

Von Bernhard Jepsen

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