Polizeiinspektion Weilheim sucht ehrenamtliche Streifengänger für Peißenberg

Sicherheitswacht ist "in"

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Machten bei einer Pressekonferenz Werbung für die Sicherheitswacht: (v.li.) Andreas Fischer (gemeindliches Ordnungsamt), Harald Bauer, Manuela Vanni, Robert Kopp und Tobias Fischer.

Peißenberg – Jetzt wird es ernst: Nachdem der Peißenberger Marktrat im März die Einführung einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht beschlossen hat, such die Polizeiinspektion Weilheim nun nach geeignetem Personal. Acht Streifgänger sollen künftig in Peißenberg eingesetzt werden. Fünf Bewerbungen gibt es bereits.

Bei einem Pressegespräch im Rathaus wurde noch einmal kräftig für die Sicherheitswacht geworben. In Peißenberg, so hieß es, liege die Kriminalitätsrate zwar „gigantisch niedrig“, allerdings gehe es um unterstützende Hilfsleistungen für die Polizei. Die Streifengänger sollen demnach „keine Ersatzpolizei“, sondern ein „verbindendes Element in die Gesellschaft“ sein – quasi als „wandelnde Notrufsäulen“, wie es Polizeipräsident Robert Kopp formulierte: „Ganoven zu fangen, das bleibt nach wie vor unser Job.“ Ziel sei es, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern. Unter anderem aufgrund von „Fake-News“, vorschnellen Verdächtigungen auf Social-Media-Kanälen und der abstrakten Terrorismusgefahr werde es für die Polizei immer schwieriger, bei den Bürgern mit wahrheitsgemäßen, realen Botschaften durchzudringen: „Die Schere zwischen objektiver und gefühlter Sicherheit geht auseinander“, so Kopp: „Ich werbe für die Sicherheitswacht, weil ich überzeugt vom Sinn und Zweck bin. Sie wird weiter Fahrt aufnehmen. Sie ist ‚in‘“, so Kopp. Interessenten müssen allerdings gewisse Kriterien erfüllen. Sie müssen unter anderem über die deutsche Staatsangehörigkeit und entsprechende Sprachkenntnisse verfügen. Auch müssen sie eine abgeschlossene Schul- respektive Berufsausbildung sowie einen guten Leumund vorweisen können. „Es ist ganz wichtig, dass wir die richtigen Menschen finden“, so Kopp. Es brauche für den Job keine „Gschaftlhuber“, sondern „Menschen, die anderen Menschen helfen wollen.“ Bis Ende Juli läuft bei der Polizeiinspektion die Meldefrist. Danach erfolgt ein internes Auswahlverfahren und Ende August die mit rund 40 Stunden angesetzte Ausbildungsphase.

Unter Umständen wird die Sicherheitswacht in Peißenberg aber schon früher ihre Arbeit aufnehmen, da Ehrenamtliche, die bereits in Weilheim Streife gehen, auch in der Marktgemeinde eingesetzt werden könnten. Die Bilanz der Sicherheitswacht in Weilheim fällt bislang übrigens außerordentlich positiv aus: „Es läuft ganz hervorragend“, bestätigte Harald Bauer, der Leiter der Polizeiinspektion Weilheim, beim Pressegespräch. Auch sein Kollege Tobias Neuner war voll des Lobes: „Das Bürgerecho ist wirklich toll.“ 

Von Bernhard Jepsen

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