Bürger auf Patrouille

Polizeiinspektion Weilheim sucht ab sofort Bewerber für eine Sicherheitswacht

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Hoffen auf zahlreiche Bewerbungen (v.li.): Markus Loth, Harald Bauer, Katja Jasper, Robert Kopp, Tobias Neuner und Andreas Wunder.

Weilheim – Traunstein, Rosenheim oder Schongau machen es vor – hier laufen seit längerem engagierte Bürger regelmäßig Patrouille. Seit der Stadtratssitzung im Juni diesen Jahres ist klar, dass auch in Weilheim eine Sicherheitswacht eingeführt wird. Die Bewerbungen dafür laufen ab sofort.

Katja Jasper ist seit einem Jahr bei der Sicherheitswacht in Wolfratshausen. „Es ist schön wie sich das Ganze entwickelt hat. Wir gehören langsam zum Stadtbild“, erklärte Jasper. Während ihrer Einsatzzeit werden sie und ihre Kollegen immer mehr zum Ansprechpartner der Bürger.

Die Sicherheitswacht, welche in Bayern ursprünglich in Deggendorf, Ingolstadt und Nürnberg als Modellprojekt eingeführt wurde und sich seit 1997 fest etabliert hat, gibt es mittlerweile in rund 150 Städten und Gemeinden in ganz Bayern. Vor Ort hat die Einführung aber nichts mit Unsicherheit zu tun, „in der Stadt Weilheim gibt es eine sehr gute objektive Sicherheitslage“, so Robert Kopp, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Viel mehr solle dadurch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gesteigert und das gesamtgesellschaftliche Miteinander gefördert werden. Beim Pressegespräch betonte Kopp, dass die Angehörigen einer Sicherheitswacht kein Ersatz für die Polizei sind, sondern das Bindeglied zwischen dieser und der Bevölkerung darstellen sollen. Sie haben zunächst die gleichen Rechte wie jeder andere Bürger auch. Wie Tobias Neuner, Polizeihauptkommissar und ausgewiesener Fachmann der Sicherheitswacht, jedoch betonte, stehen ihnen darüber hinaus noch weitergehende Befugnisse zu. Dazu gehören beispielsweise Personenbefragungen, die Feststellung der Identität oder das Erteilen von Platzverweisen. Ausgestattet sind die Anhänger einer Sicherheitswacht mit einem Digitalfunkgerät, einem Erste-Hilfe-Set, einer Taschenlampe und einem Reizstoffsprühgerät. Eine Waffe gibt es nicht.

In den nächsten Wochen kann sich für das Ehrenamt beworben werden. „Es ist wichtig, die richtigen Menschen zu finden“, erklärte Kopp, der auf viele Bewerbungen hofft. Geplant seien rund zehn Stellen, die im Laufe der Zeit besetzt werden sollen. „Wir werden nicht jeden nehmen“, erklärte der Leiter der Polizeiinspektion Weilheim, Polizeioberrat Harald Bauer. Gesucht werden volljährige (mindestens 18 höchstens 62 Jahre), zuverlässige Menschen, die gerne soziale Verantwortung übernehmen, über eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung verfügen und etwa fünf Stunden im Monat oder mehr Zeit aufbringen können. Die Sicherheitswachtanwärter werden in Rahmen einer Ausbildung (40 Stunden) entsprechend geschult und bei vierteljährlichen Fortbildungen auf den aktuellsten Stand gebracht. Pro abgeleisteter Dienststunde werden die Teilnehmer, auch während der Ausbildung, mit acht Euro durch den Freistaat Bayern vollumfänglich vergütet. Mögliche Einsatzgebiete können die Innenstadt, der Marienplatz, die Ammer, der Dietelhofer See oder Wohngebiet sein, sagte Bauer. „Die Palette ist sehr breit gefächert.“ Bei der finalen Auswahl der Bewerber wird zudem Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder am Tisch sitzen. „Uns ist ein sehr gutes Miteinander wichtig und dass die Behörden Hand in Hand zusammen arbeiten“, so Bauer weiter.

Das ist auch Bürgermeister Markus Loth ein Anliegen, der die Einführung einer Sicherheitswacht für einen „guten, wichtigen und richtigen Schritt“ hält. Die Sicherheitswacht verkörpert für Bauer Zivilcourage. In diesem Zusammenhang appelliert er an jeden einzelnen:„ Jeder Bürger ist gefordert hinzusehen und qualifizierte Hilfe herbei zuführen. Weg zu sehen, das kann es nicht sein.“

Interessenten können sich unter Tel. 0881/6400 melden.

Von Maria Lindner

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