Gelebte Zivilcourage: Drei Frauen und vier Männer bilden seit Montag neue Sicherheitswacht in der Kreisstadt

Für Weilheim im Einsatz

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Die Angehörigen der Sicherheitswacht (v.li.) Johann Siemens, Rainer Hoberg, Birgit Englberger, Birgit Albert, Gerold Grimm und Silvia Höring (nicht auf dem Bild Melchior Berger) mit Robert Kopp, Harald Bauer (Polizeioberrat), Tobias Neuner, Markus Loth (Bürgermeister) und Andreas Wunder (Leiter Ordnungsamt).

Weilheim – Während sich andere nach getaner Arbeit das Feierabendbier auf dem Sofa schmecken lassen, verbringen sie ihre Freizeit auf der Straße, um dort hinzusehen, wo andere wegsehen: Die Mitglieder einer Sicherheitswacht. Seit Montagabend sind auch in Weilheim offiziell sieben ehrenamtliche BürgerInnen im Einsatz.

In einer „Rekordzeit“ von acht Wochen haben die drei Frauen und vier Männer ihre 40 Stunden Ausbildung erfolgreich absolviert, wie Polizeihauptkommissar Tobias Neuner, ausgewiesener Fachmann der Sicherheitswacht, bei der Vorstellung erklärte. Unterrichtet wurden diese dabei in Rechtskunde (wie Strafrecht), Dienstkunde (Umgang mit Digitalfunkgerät) und in dem von der Bayerischen Staatsregierung erteilten Sicherheitswachtgesetz. Dieses räumt deren Angehörigen drei Befugnisse ein: Durchführung einer Befragung, Feststellen der Identität und die Erteilung von Platzverweisen. „Ansonsten haben sie lediglich die gleichen Rechte, die ein Otto-Normalbürger auch hat“, so Neuner, der ausdrücklich betonte, dass Angehörige einer Sicherheitswacht keine Hilfspolizisten seien, sondern durch „gelebte Zivilcourage“ als zusätzliche Augen der Polizei fungieren.

Eingesetzt werden die Angehörigen von der Polizei minimal fünf Stunden im Monat immer da, wo es gerade notwendig ist, wie in Weilheims „Hotspots“, also Au-Gelände, im Bereich der Ammer, BMX-Bahn, am Dietlhofer See, am Leprosenweg oder an Anwohnerstraßen.

Für die Einführung der Ehrenamtlichen war Polizeipräsident Robert Kopp extra aus Rosenheim angereist, um der neuen Sicherheitswacht seinen Dank auszusprechen: „Sie sind ein Vorbild für viele und zeigen Zivilcourage, was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist.“ Vor Ort habe die Einführung aber nichts mit Unsicherheit zu tun, in Weilheim gebe es eine gute objektive Sicherheitslage, sagte Kopp. Vielmehr solle dadurch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gesteigert und das gesamtgesellschaftliche Miteinander gefördert werden.

Füreinander da zu sein, das ist es auch, weshalb sich Johann Siemens bereits elf Jahre bei der Sicherheitswacht in Straubing und vier Jahre in Schongau engagierte und nun auch in Weilheim. Besonders gut kann er sich an eine Situation in Straubing erinnern, als ein Radfahrer einen Busfahrer durch die Scheibe schlagen wollte, nur den Spiegel erwischt hatte und anschließend fliehen wollte. Während sein Kollege die Polizei verständigte gelang es ihm, den Flüchtigen aufzuhalten. „Ansonsten ist immer alles sehr friedliche gewesen.“

Seit eineinhalb Jahren sind auch Silvia Höring und Birgit Albert bei der Sicherheitswacht Schongau dabei. Die Hälfte der Zeit werden sie ab sofort in Weilheim im Einsatz sein. „Mich ärgert es immer, wenn die Leute wegschauen. Egal ob bei Sachbeschädigung oder herumliegendem Müll“, erklärte Albert ihren Einsatz für die Sicherheitswacht.

Interessierte (18 bis 62 Jahre) können sich gerne unter Tel. 0881/6400 melden.

Von Maria Lindner

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