Kulturpreis des Landkreises geht an "ausstellwerk" und "Mary Lou"

Von Zügen und Fans

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Ausgezeichnete Kultur: Die Vorstandsmitglieder des Vereins „ausstellwerk Huglfing e.V.“ mit Bürgermeister Bernhard Kamhuber (links) und die Schwabsoier Band Mary Lou mit stellvertretendem Bürgermeister Manfred Schmid (rechts) nahmen am vergangenen Freitag den Kulturpreis des Landkreises Weilheim-Schongau von Landrätin Andrea Jochner-Weiß entgegen.

Landkreis – Alle drei Jahre verleiht der Landkreis seinen Kulturpreis. Da die Entscheidung in diesem Jahr besonders schwer fiel, wurde der auf 3 000 Euro dotierte Preis dieses Mal aufgeteilt. Am Freitag nahmen der Verein „ausstellwerk Huglfing e.V.“ und die Schwabsoier Band „Mary Lou“ im Rahmen der Kreistagssitzung den Preis von Landrätin Andrea Jochner-Weiß in Empfang.

Sofort hätten sich diese beiden Favoriten heraus kristallisiert, sagte Jochner-Weiß. Dann fiel die Entscheidung, beide mit dem Kulturpreis des Landkreises Weilheim-Schongau auszuzeichnen und so mit jeweils 1 500 Euro zu unterstützen.

Der Verein „ausstellwerk Huglfing e.V.“ verdankt seinen Namen dem Standort, dem alten Stellwerk in Huglfing an der Bahnlinie zwischen Weilheim und Garmisch-Partenkirchen. „Oft wird ja der Deutschen Bahn die Schuld für irgendetwas in die Schuhe geschoben. Wahrscheinlich ist sie in diesem Fall – zumindest zum Teil – die Schuldige“, sagte Jochner-Weiß in ihrer Laudatio. Denn die Bahn hat vor etwa zehn Jahren die Gebäude rund um den Bahnhof Huglfing an die Gemeinde verkauft.

Seit 2011 beschäftigt sich der Verein damit, Kunst und Kultur in den verschiedensten Erscheinungsformen dort in dem alten Stellwerk, dessen ursprüngliche Ausstattung erhalten geblieben ist, zu präsentieren. Ein Beispiel für die Tätigkeit des Vereins aus dem Jahr 2014 nannte die Land­rätin: In Zusammenarbeit mit den Künstlern Tobias Ollert und Raphael Grotthus hat das „ausstellwerk“ die Installation „Bubbles and Drops“ umgesetzt. Dabei setzten sie eine überdimensionierte begehbare grüne Gießkanne auf das Flachdach des ehemaligen Stellwerks. Eines der größten Projekte des rund 50 Mitglieder starken Vereins war der Bau einer funktionierenden Sonnenuhr als Teil des Huglfinger „Steinerlebnisweges“ mit einem Durchmesser von etwa fünf Metern.

Vereinsvorstand Hans Peter Schöler, weitere Vereinsmitglieder und Huglfings Bürgermeister Bernhard Kamhuber nahmen am Freitag die Urkunde und den Scheck über 1 500 Euro von Andrea Jochner-Weiß entgegen. „Das werde man ordentlich feiern“, sagte Schöler und versicherte aber, dass das Geld nicht dafür ausgegeben werde.

Musikalisch hingegen bedankte sich die Schwabsoier Gruppe „Mary Lou“ für den Kulturpreis. Die vier Musiker Andreas Gast, Jakob Pröbstl sowie Daniel und David Gramberg kennen sich bereits seit Kindertagen. Aufgewachsen sind sie nämlich in der selben Straße und so spielten sie bereits zusammen, als sie noch im Sandkasten saßen. Jahre später und ausgerüstet mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Klavier entstanden die ersten Stücke unter dem Dachgiebel der alten „Kunstmühle Keller“ in Schwabsoien. Nach ersten Auftritten gründeten die vier Freunde die Band und benannten sie nach ihrem ersten Fan: Mary Lou.

Am 4. Mai 2016 konnte die Gruppe ihr Debütalbum „May be April“ veröffentlichen, welches in zwei Jahren intensiver Studioarbeit entstand. In dieser Zeit hatte die Band, zusammen mit Sebastian Keller aus Schongau, elf Stücke aufgenommen. Unterstützung hatten sie dabei von Musikern aus ihrem Heimatort Schwabsoien: Fünf Gastmusiker der Blaskapelle, Teile des Jugendchors sowie ein Streichquartett schlossen sich der Band bei den Aufnahmen an.

„Andreas, Jakob und die beiden Brüder David und Daniel zeigen auf ihrem ersten Werk, dass sie nicht nur menschlich, sondern auch musikalisch zusammen harmonieren – genreübergreifend und facettenreich“, so Jochner-Weiß. Davon konnten sich die Kreisräte auch gleich selbst überzeugen, denn die drei anwesenden Bandmitglieder gaben als Dank eine Kostprobe. „Das war ein einmaliger Ohrenschmaus“, so das Fazit der Landrätin.

Von Astrid Neumann

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