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Silvester damals und heute

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Jedes Jahr aufs Neue bietet der Silvesterabend einen Grund zum Feiern. Früher hatte dieser Tag jedoch nicht den Stellenwert wie heute.

Region – Wenn die Korken knallen, erste Lichter am Himmel aufblitzen und die Sektgläser klirren, ist klar: Es ist Silvester, ein neues Jahr beginnt. Die einen mögen es eher gemütlich mit feinen Schlemmereien wie Fondue oder Raclette. Die anderen gehen lieber auf Partys und lassen es mit Feuerwerkskörpern sprichwörtlich „krachen“. Andere wiederum wagen einen Blick in die Zukunft beim Bleigießen.

Am Silvesterabend ist einiges geboten, es soll an nichts fehlen. Das war nicht immer so, wie der Weilheimer Stadtarchivar Dr. Joachim Heberlein dem Kreisboten berichtete. „Früher hatte Silvester nicht den Stellenwert wie heute“, sagte Heberlein. Silvester sei damals eher im familiären Kreis begangen worden, deshalb gebe es nur wenige Überlieferungen, die das geübte Brauchtum schildern. Das heutzutage schon selbstverständliche Feuerwerk tauchte beispielsweise relativ spät auf. Und doch gab es auch damals Bräuche, die aufgezeichnet wurden. So auch im Weilheimer Stadtarchiv. Diese hat Heberlein für den Kreisboten einmal „ausgegraben“.

Ein Brauch, der heute weitergeführt wird, ist die Jahresschlussandacht (siehe Bericht unten). Besonders war dabei ab dem Jahre 1792 die Beleuchtung in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Neben den Apostellichtern wurde zusätzlich ein „fliegendes Herz“ aufgestellt. Laut der Überlieferung handelte es sich um ein riesiges Herz mit Flügeln, auf dem sich 99 Wachskerzen befanden.

Platz fand dieses Konstrukt auf dem Tabernakel. Zur heiligen Messe wurden die Kerzen dann angezündet. Dieser Brauch überlebte bis in die 1960er Jahre, danach wurde er abgeschafft. Laut Heberlein trauern diejenigen Weilheimer, die das „fliegende Herz“ noch selbst erlebt haben, diesem Herz bis heute nach.

Auch das Neujahrsanblasen, wie es im Oberland vielerorts der Brauch ist, hat seine Wurzeln bereits in früheren Jahrhunderten. Laut einer Aufzeichnung kamen 1609 „Stattpfeiffer von LandtsPerg“ nach Weilheim. „Das waren Wandermusikanten, die durch die Lande gezogen sind und Lieder dargebracht haben“, zeigte Heberlein auf. Wahrscheinlich sind diese das ganze 17. Jahrhundert lang einmal im Jahr in die Kreisstadt gekommen.

Von Maria Lindner 

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