Regionalmanagement im Landkreis erhält Finanzspritze vom Freistaat

Minister übergibt Förderbescheid

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„Jetzt haben wir´s schriftlich.“ Landrätin Andrea Jochner-Weiß bekam den Förderbescheid vom Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder (re.) persönlich überreicht. Bei der Übergabe in Weilheim dabei war der Stimmkreisabgeordnete Harald Kühn.

Weilheim – Der Weg des Finanz- und Heimatministers Dr. Markus Söder führte am Montag nach Weilheim. Im Zugspitzsaal des Landratsamtes an der Stainhartstraße wurde er schon erwartet, denn Söder hatte einen Förderbescheid im Gepäck: Das Regionalmanagement im Landkreis Weilheim-Schongau kann in den nächsten drei Jahren auf 221 160 Euro Fördermittel vom Freistaat zählen.

Bayernweit wurden bisher in 57 der insgesamt 71 Landkreise Initiativen für Regionalmanagement eingerichtet. Die staatliche Förderung soll dazu beitragen, dass sich vor allem strukturschwächere Regionen mit „geringerer Dynamik“ den Herausforderungen des ländlichen Raumes stellen können, erklärte der Minister. „Ein bisschen weniger für München und deutlich mehr für den ländlichen Raum“, gab Söder als Devise aus. Die genannten Regionen seien nicht das „Hinterland“ Münchens, sondern als „Identifikationsraum“ zu bewerten, wie Söder in Weilheim betonte.

Dem Landkreis Weilheim-Schongau attestierte der Gast aus München, strukturell gut aufgestellt zu sein.

„Regionalmanagement, das heißt werben für die Region und ihre Stärken“, sagte Söder und sprach beispielhafte Projekte wie das „Vereinsforum“ oder den „Runden Tisch für das Ehrenamt“ an. Die Region „fit zu machen für die Zukunft“ bedeute, sich dem demografischen Wandel zu stellen und vor Ort neue Strategien und Projekte anzupacken.

Um vorhandene Potenziale noch besser nutzen zu können, müssten für Netzwerke und Wirtschaftskreisläufe Partner aus der Region mit ins Boot geholt werden.

Die neue Förderrichtlinie für das Regionalmanagement umfasst die Bereiche „Demografischer Wandel“, „Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“, „Siedlungsentwicklung“, „Regionale Identität“, „Klimawandel und Energie“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Finanzministeriums.

„Das ist ein besonderer Tag für den Landkreis“, begrüßte Landrätin Andrea Jochner-Weiß die Delegation aus München mit Söder an der Spitze. Nun könnten die bereits geknüpften Netzwerke weiter ausgebaut werden. „Wir wollen die regionale Wirtschaft und das Ehrenamt stärken, die Fachkräfte sichern und unser Bildungsangebot weiter vertiefen“, bekräftigte die Landrätin. Ihre Frage, „wie es nach 2017 weiter gehen wird?“, löste bei Minister Söder Heiterkeit aus. Das wüsste er auch gern, konterte er in Anspielung auf seine politische Zukunft. Das Regionalmanagement werde es wohl auf alle Fälle weiterhin geben.

Bei seinem Auftritt in Weilheim bezog der Minister kurz Stellung zum Landesentwicklungsprogramm (LEP), das als Richtschnur für die räumliche Entwicklung dient und in der politischen Diskussion für Zündstoff sorgt. Söder sprach sich für eine Lockerung des so genannten Anbindungsgebotes aus, nach dem neue Gewerbe- und Wohnbauflächen möglichst im Anschluss an „geeignete Siedlungseinheiten“ ausgewiesen werden sollen, damit die Landschaft nicht weiter zersiedelt wird: „Da vertraue ich den Kommunalpolitikern. Sie sollen selbst entscheiden, was in ihren Gemeinden notwendig ist“, tat der Minister kund.

Fakten und Zahlen

• Der Beschluss, im Landkreis Weilheim-Schongau ein Regionalmanagement einzurichten, wurde im Jahre 2007 gefasst.

• Im April 2009 lag ein Integriertes Handlungskonzept vor, das seither zwei Mal fortgeschrieben wurde.

• Das Büro für Regionalmanagement nahm im Januar 2010 seine Arbeit auf.

• Im Dezember 2011 wurde die erste Regionalkonferenz abgehalten.

• Für die erste Förderphase (2010-2012) brachte der Landkreis 206 099 Euro Eigenmittel ein, in Förderphase zwei (2013-2014) waren es 135 360 Euro. Vom Freistaat flossen jeweils 50 Prozent Zuschuss. In Phase drei wurde der Fördersatz auf 60 Prozent erhöht.

• Die Geschäftsstelle des Regionalmanagements ist am Landratsamt in Weilheim, Stainhartstraße 9, angesiedelt.

• Zum 1. Juni hat der Landkreis mit Matthias Hohenadl einen neuen Regionalmanager eingestellt: Bericht folgt.

Mehr Infos unter www.regionalmanagement-wm.de.

Von Maria Hofstetter

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