Sonnige Aussichten für Landkreis

Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online

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Judith Schrott (li.) und Naomi Watzlawik-Hammer von der Kreis- entwicklung präsentieren das neue Solarkataster.

Weilheim – In Zeiten des Klimawandels sind erneuerbare Energien gefragter denn je. Vor allem Solarenergie wird in der Bevölkerung zunehmend beliebter.

„Rund 65 Prozent aller Gebäude im Landkreis wären für eine Photovoltaik-Anlage geeignet“, meinte Landrätin Andrea Jochner-Weiß jüngst bei einem Pressegespräch zum landkreisweiten Solarpotenzialkataster. Doch woher weiß man, ob das eigene Dach geeignet ist? Dies soll jetzt mit Hilfe des Solarkatasters, einem interaktiven Online-Tool, ganz einfach von zu Hause aus feststellbar sein. Judith Schrott, stellvertretende Leiterin der Kreis-

entwicklung, betont, dass das Kataster unverbindlich und vor allem gratis genutzt werden kann, um sich eine Kostenschätzung einzuholen. Ab Montag, 2. Dezember, ist das über die Internetseite www.solarkataster.weilheim-schongau.de möglich.

Einfache Handhabung

Auf der Webseite muss der Nutzer zunächst sein Haus suchen, indem er die richtige Gemeinde anklickt und anschließend, ähnlich wie bei Google Maps, auf der interaktiven Karte seine Straße auswählt. Alternativ kann auch einfach die eigene Adresse angegeben werden. Hat man das eigene Haus gefunden, kann man es anklicken und bekommt anhand einer Ampel-Skala mitgeteilt, wie gut das Dach für eine Solaranlage geeignet ist. Anschließend können Interessierte auf „Anlage konfigurieren“ klicken und werden auf die Detailseite des Katasters weitergeleitet. Dort muss man sich nun durch sechs Reiter klicken und kann Schritt für Schritt eine Anlage für sein Gebäude zusammenstellen und an die eigene Situation anpassen.

Unter dem ersten Reiter „Photovoltaik“ ist unter anderem einstellbar, ob das Gebäude gewerblich oder privat genutzt wird, wie viele Personen in dem Haushalt leben und wie hoch der Energiebedarf ist. Natürlich ist nicht jedes Dach gleich – deswegen können die Module unter dem Reiter „Modulplatzierer“ automatisch oder manuell durch An- und Abwahl auf dem Dach angeordnet werden. Abmessungen, Neigung, Ausrichtung und Abstände können interaktiv eingestellt werden. „Wer beispielsweise ein Dachfenster hat, kann die Anlage drum rum bauen“, erklärt Schrott. Mit einem Batteriespeicher kann man die Energie der Sonne auch nutzen, wenn sie nicht scheint.

Deswegen gibt es unter dem Reiter „Speicher“ die Möglichkeit, die optimale Speichergröße zu berechnen. Größe und Kosten können individuell definiert werden und man erhält einen grafischen Überblick zur Batteriekapazität, zum Strombedarf sowie zum Anlagenertrag. Während eine Photovoltaikanlage aus Sonnenenergie Strom erzeugt, produziert eine Solarthermieanlage Warmwasser, das auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden kann. Mit dem Solarthermie-Rechner lassen sich solche Anlagen planen und an die persönlichen Bedürfnisse anpassen.

Als nächstes gelangt der Nutzer zum Reiter „Wirtschaftlichkeitsrechner“. Hier ist feststellbar, ob sich die Solaranlage auf lange Sicht finanziell rentiert. Zudem kann individuell festgelegt werden, wie viel Eigenkapital eingesetzt werden soll. Versicherungs- und Wartungskosten sowie sonstige Kosten werden berücksichtigt. Zum Schluss gelangt man zu einer Gesamtübersicht und hat nun alle wichtigen Informationen zu der geplanten Anlage auf einen Blick.

Schrott betont allerdings, dass der tatsächliche Preis der Anlage am Ende abweichen könnte, als grobe Planungsgrundlage sei das Programm aber geeignet. Mit dem Solarkataster möchte der Landkreis zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Region beitragen. „Wir wollen den BürgerInnen einen Anreiz geben nachzuschauen“, so Jochner-Weiß. Das Solarkataster ist allerdings eher für Hausbesitzer mit älteren Gebäuden interessant, da neue Häuser nicht berechnet werden können. „Die Datengrundlage ist alt und beruht teilweise auf Daten von 2006 bis 2016“, räumt Schrott ein. Neu Bauende würden aber ohnehin überlegen eine Photovoltaikanlage zu installieren. Außerdem soll das Kataster laut Schrott aktualisiert werden, sobald neue Befliegungsdaten vorliegen. Solarkataster sind im Landkreis nichts Neues, da sowohl die Stadt Penzberg als auch die Stadtwerke Weilheim bereits eines betreiben. Deren Kataster würden in das neue, landkreisweite integriert, so dass ein Gesamtprojekt entsteht, erklärte Schrott.

Widerspruchsrecht

Mit dem Projekt erhält man eine Draufsicht auf Hausdächer und somit auch personenbezogene Daten. Hauseigentümer, die nicht möchten, dass ihr Haus auf der Karte erscheint, haben ab sofort die Möglichkeit, für sechs Wochen bis zur Veröffentlichung und für die gesamte Laufzeit des Katasters Widerspruch einzulegen. Dieser soll schriftlich unter kreisentwicklung@lra-wm.bayern.de eingehen. Folglich wird das Dach ausgegraut und ist nicht mehr anklickbar.

Von Laura Bal

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