Kosten noch unklar

So soll es für das Radom weitergehen

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Totalschaden bei der Traglufthülle: Das Foto zeigt den Verlauf der Risse (gelbe Linien).

Raisting – Auch weit über die Landkreisgrenzen ist das Radom Raisting bekannt. Das Industriedenkmal soll wieder hergerichtet werden.

Momentan durchlebt das Industriedenkmal allerdings ziemlich harte Zeiten. Neben der Corona-Krise, die natürlich auch in Raisting keine Führungen zulässt, stellt die zerstörte Traglufthülle die Verantwortlichen vor Herausforderungen. Die Hülle wurde bei einem „Starkwindereignis“ am 27. Februar in drei Teile gerissen. In der letzten Sitzung des Kreistags, der wegen Corona als Ferienausschuss tagte, informierte René Jakob, Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH, nun über die nächsten Schritte. Aktuell würden Konzepte für eine Wetterschutzeinhausung der gesamten Anlage (Antenne und Gebäude) und zur Teildemontage sowie Montage der Antenne vorbereitet beziehungsweise sie lägen ausschreibungsreif vor. Eine Teildemontage der Antenne, insbesondere des Reflektors (Antennenschüssel), werde notwendig, um die Höhe und Breite der gegebenenfalls notwendigen Wetterschutzeinhausung zu reduzieren, „um statische und finanzielle Aspekte im Griff zu behalten“, so Jakob. Parallel läuft eine Markterkundung für die neue Traglufthalle. Damit soll ein verlässlicher Überblick zu den Kosten und eine mögliche Zeitschiene ermittelt werden. Außerdem gibt es ein Verfahren um Fachplaner zu gewinnen.

Bei der Traglufthülle handle es sich um einen Totalschaden. „Inklusive der Nebenschäden schätzen wir die Schadenshöhe aktuell auf circa 1,3 Mio. Euro“, so der Geschäftsführer. Allerdings seien dies nicht die Wiederherstellungskosten. Diese würden durch Fachplaner ermittelt und im Rahmen der Ausschreibungen realisiert werden. Im Vergleich zur Traglufthülle seien die Nebenschäden relativ gering. Hauptsächlich gebe es Schäden am Flachdach, an der Elektrik, der Antenne und Nässeschäden am Gebäude.

Was die Kosten für die neue Hülle anbelangt, hält sich Jakob noch bedeckt. „Bitte haben Sie Verständnis, dass ich hierfür noch keine Zahl benennen möchte. Aktuelle Kostenschätzungen liegen jedoch in einem durchaus realisierbaren Rahmen“, erklärt Jakob. Bisher gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die „geschätzten Wiederherstellungskosten“ durch die Versicherungssumme abgedeckt sind. „Was darüber hinausgeht, muss gegebenenfalls mit Dritt- beziehungsweise Fördermitteln abgedeckt werden.“ Diesbezüglich bestünden bereits Kontakte.

„Unser Ziel ist es, die neue Traglufthülle im Herbst und gegebenenfalls auch noch im Spätherbst zu montieren.“ So äußerte sich Jakob. Das ganze hängt jedoch von den Produktionszeiten und den Kapazitäten der Hersteller nach Auftragserteilung ab. Ein Auftrag könne erst nach einer genehmigungsfähigen Planung der neuen Hülle und entsprechender Ausschreibung erteilt werden. „Wenn absehbar ist, dass eine neue Hülle nicht sicher im Herbst montagefertig verfügbar ist, stellen wir die Planung so um, dass die Montage im Frühjahr 2021 erfolgen kann“, erklärte Jakob weiter. Dann würden jedoch die Wetterschutzeinhausung und die Demontage des Antennenreflektors notwendig. „Diese beiden Punkte werden zurzeit entwickelt und liegen sozusagen griffbereit in der Schublade (...).“

Aufgrund der Corona-Krise sind auch im Radom momentan keine Führungen möglich. „Sollte sich diese Situation ändern, werden wir beginnen, Baustellenführungen durchzuführen“, so der Geschäftsführer. Als Fixpunkt ist zudem der „Tag des offenen Denkmals“ (13. September) eingeplant. Die Realisierung hinge „im Wesentlichen von den Ausgangsbeschränkungen“ ab.

Von Sofia Wiethaler

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