Bis 11. Juli verlängert

Sonderausstellung an der Glentleiten: Die Blumenfrauen

Fotografie „Die Blumenfrauen“
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Die aktuelle Ausstellung „Die Blumenfrauen vom Viktualienmarkt“ an der Glentleiten wird verlängert und ist noch bis zum 11. Juli zu sehen.

Großweil – Die Sonderausstellung „Die Blumenfrauen vom Viktualienmarkt. Fotoarbeiten von Hildegard Kaup (1924-2016)“ geht an der Glentleiten in die Verlängerung: Die Schau rund um die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der aus Westfalen stammenden Fotografin Hildegard Kaup sind im Freilichtmuseum des Bezirks Oberbayern noch bis einschließlich Freitag, 11. Juli, zu sehen. Die 1948/49 in München entstandenen Fotografien beleuchten ein Stück Alltagsgeschichte in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Mehrere Frauen stehen in den gezeigten Bildserien von Kaup im Fokus: Eine alte Dame begleitete sie zum Beispiel von morgens bis abends – beim Verlassen des Hauses über den Weg zum Bahnhof, bei der Fahrt an den Stadtrand, beim Sammeln von Wildblumen, der Brotzeit dazwischen, dem Heimweg und schließlich beim Verkauf auf dem Viktualienmarkt. Dabei ist ein „Bildbericht“ über eine Frau entstanden, der man ihre Lebensstrapazen ansieht, die aber scheinbar dennoch ihr Leben in die Hand zu nehmen wusste.

Ähnlich intensiv fing Kaup in einer zweiten Fotoserie eine weitere Blumenverkäuferin ein. Mit den Fotografien über Münchener Blumenfrauen entstanden nicht nur eindringliche Aufnahmen einzelner Personen, sie schuf darüber hinaus auch ein Porträt des Alltagslebens in einer zum Großteil zerstörten Stadt. Im Hintergrund sind zuweilen etwa Menschenschlangen zu sehen, die an einer Freibank für Fleisch anstehen.

Die fotografische Herangehensweise Kaups beschreibt die Künstlerin Gabriele Wilpers, zunächst Auszubildende bei Kaup und später eine enge Freundin der Fotografin, so: „Es war das Kleine und Unauffällige, das sie interessierte, nicht das Laute und Spektakuläre. Immer blieb sie eine Staunende, war ihr die Wahrnehmung der Welt ein Ereignis.“

Die Fotografin

Die Ausstellung zeigt neben den Blumenfrauen auch den Einstieg Kaups in die Fotografie, eine Auswahl ihrer Münchener Studien sowie Fotografien aus ihrer Zeit im familiär geführten Fotoatelier in Westfalen.

Neben den Aufnahmen thematisiert die Sonderschau in gewisser Weise auch die Professionalisierung eines Handwerksberufes und stellt eine für damalige Verhältnisse eher ungewöhnliche Frauenerwerbsbiografie vor: Kaup, 1924 in Lippstadt geboren, wuchs im westfälischen Geseke auf. Ihr Vater betrieb dort seit 1931 ein Fotoatelier, in dem sie bis 1943 eine Fotografenausbildung absolvierte.

Nach dem Krieg – das Versprechen hatte sie ihrem Vater abgerungen – sollte es für ein Jahr nach München an die Bayerische Staatslehranstalt für Lichtbildwesen gehen. 1948 war es soweit: Bei der Fortführung ihrer Ausbildung stand in Bayern nun die künstlerische Fotografie im Fokus, neben neuen Techniken und Methoden wurden auch die aktuellen fotografischen Trends der Zeit vermittelt.

Mit frischen Ideen im Gepäck kehrte Kaup nach Geseke zurück und stieg in den Familienbetrieb ein. Sie übernahm das Atelier 1958 nach dem Tod des Vaters ganz. Sie führte es bis 1986, war zweimal verheiratet und schuf neben kommerziellen Auftragsarbeiten auch zeitlebens freie Aufnahmen, zum Beispiel im Bereich der Natur- oder Industriefotografie.

Die Sonderschau wurde vom LWL-Freilichtmuseum Detmold erarbeitet, dem Kaup ihren fotografischen Nachlass vermacht hat. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Glentleiten (derzeit täglich 10 bis 17 Uhr) bis zum 11. Juli zu sehen.

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Von Kreisbote

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