Die Sonne soll helfen – Abwasserzweckverband Penzing-Weil plant solare Trocknungsanlage

Ganz neue Wege bei der Entsorgung von Klärschlamm geht der Abwasserzweckverband Penzing-Weil. Auf dem Gelände der Verbandskläranlage soll eine solare Trocknungsanlage entstehen, mit der die Beseitigung des Klärschlamms sowohl ökologisch verträglicher als auch preisgünstiger wird.

Klärschlamm besteht zu 98 Prozent aus Wasser, und je mehr ihm davon entzogen wird, desto geringer wird sein Volumen und desto einfacher damit die Entsorgung. In der neuen Anlage kommt zunächst eine mechanische Presse zum Einsatz, die einen Teil des Wassers entfernt. Was vom Klärschlamm übrig bleibt, landet in einer 800 Quadratmeter großen, solar beheizten Trocknungshalle, ähnlich einem riesigen Gewächshaus. Hier wird er so lange durchmischt, bis 80 Prozent des Wassers verdunstet sind und der Klärschlamm auf ein Fünftel seines ursprünglichen Volumens zusammengeschrumpft ist. Statt 2500 Kubikmetern jährlich müssen dann nur noch 500 Kubikmeter in die thermische Verwertung gebracht werden – die Transportkosten fallen entsprechend geringer und die Öko-Bilanz entsprechend besser aus. Auf der jüngsten Zweckverbandssitzung informierte Armin Hohendorf vom Münchner Ingenieurbüro SHP Consult über den aktuellen Planungsstand. Demnach sollen die Ausschreibungen für das Projekt im Herbst und Winter dieses Jahres erfolgen, Bau und Inbetriebnahme dann 2010. Die Kostenschätzung für das Projekt beläuft sich auf rund 700000 Euro, die die Mitgliedsgemeinden ohne staatliche Zuschüsse allein aufbringen müssen. Man rechnet aber damit, dass sich die Anlage relativ schnell amortisiert, denn momentan verschlingt die Entsorgung des Klärschlamms rund 100000 Euro im Jahr.

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