Seit Januar: Mit eigenem Becher ins sonnendeck

Weniger Müll produzieren

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Florian Mangold möchte im sonnendeck keine Pappbecher mehr für Getränke to go.

Weilheim – Wer kennt das nicht: Sich morgens noch schnell im Lieblingscafé einen Coffee-to-go holen und dann ab in die Arbeit. Den Pappbecher kann man ja dort wegschmeißen – oder er bleibt im Auto, bis er für einen neuen Platz machen muss. Mit den Pappbechern ist aber bald Schluss, zumindest im sonnendeck.

Mit dem humorvollen Hashtag keineverbrechermitpappbecher kündigte Florian Mangold, Inhaber des sonnendecks, auf facebook an, dass er ab 2017 keine Einwegbecher mehr für Kaffee to-go verkaufen will. Das hat einen sehr guten und vor allem wichtigen Grund: Er möchte einen sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten und den Müll, den der Laden produziert, reduzieren. Darauf aufmerksam wurde Mangold durch eine Fernsehsendung. „Vor ungefähr einem halben Jahr habe ich einen Bericht über dieses Thema gesehen. Ich war überrascht, als es hieß, dass pro Stunde in Deutschland 300 000 Becher verkauft werden und wie viel Müll damit produziert wird!“ Im Monat verkauft Mangold bis zu 230 Getränke to-go. Das sind um die 2 700 Stück im Jahr. Ganz schön viel Müll für so einen kleinen Laden.

Zurück in die 1990er

Seit über neun Jahren ist das sonnendeck für viele Jugendliche und auch Erwachsene das zweite Wohnzimmer und ein Ort zum Feiern und Musikhören (soundeck). Über 7 000 Personen haben in kurzer Zeit seinen Post gesehen und auf der sozialen Plattform geteilt. Das Feedback von seinen Kunden und Bekannten war durchwegs positiv.

Seine Gäste schätzt Mangold sehr und hat sich natürlich Alternativen überlegt. Jeder kann mit seinem eigenen Becher oder seiner Tasse vorbeikommen – diese werden auf Wunsch auch ausgespült – und sich frischen Kaffee abholen. Das sonnendeck sowie „Connie‘s Bunte Welt“ haben mittlerweile Bambusbecher to-go. „Wenn man diesen kauft, ist das Getränk für den Gast gratis“, erklärte er. Ansonsten bietet er, ganz oldschool wie in den 1990er Jahren, Kaffee im Emaillebecher an. Das sind die, die früher am Schulranzen hingen. Für die Cocktails möchte er sich noch etwas einfallen lassen.

Kein Weg zurück

Es ist nicht die erste Aktion, die der Inhaber umgesetzt hat. Seit einem halben Jahr kauft er seine Milch nicht mehr im Tetra-Pack, sondern in Glasflaschen. Er stieg auf Kaffee aus biologischem Anbau um. Auf die Frage, was er denn machen werde, wenn sein Konzept nicht aufgeht, sagte er: „Dann müssen die Gäste leider dahin gehen, wo es noch Pappbecher gibt. Damit muss ich dann wohl leben.“ Während er einen Cappuccino für einen Gast in der Tasse zubereitet, fügte er hinzu: „Der Kaffee schmeckt so aber auch besser als im Pappbecher.“ Florian Mangold hofft, dass sein neues Konzept gut angenommen wird, denn er wird es nicht rückgängig machen. „Auf kurz oder lang macht es einfach mehr Sinn. Ich hoffe eher auf kurz“, lächelt er.

Somit ist das sonnendeck das erste Café in Weilheim, das sich von den Pappbechern verabschiedet hat.

Dieser Idee könnten andere folgen, oder? Es scheint ja nicht allzu schwer zu sein. Es ist lediglich eine kleine Erziehungsmethode der Gäste und Kunden, ein wenig mitzudenken. Und wenn sich jeder selbst an seiner eigenen Nase packt, hat man doch schon einen tollen Vorsatz für das eben erst begonnene Jahr 2017. Sind wir mal ehrlich, schwer ist das nicht, #keinverbrechermitpappbecher zu sein.

Von Alma Jazbec

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