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Sortenerhaltungsgarten in Wessobrunn für alte Obstsorten

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Von: Roland Halmel

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Startschuss für Erhaltungsgarten in Wessobrunn
Sie gaben den Startschuss für den Erhaltungsgarten v. li.: Johann-Christian Hannemann, Eva Bichler-Öttl, Schwester Rachel Feller (Missions-Benediktinerinnen, Priorin Ruth Schönenberger (Missions-Benediktinerinnen), Wolfgang Taffertshofer, Georg Guggemos, Rupert Sedlmayr, Leonhard Reßler (Gemeinderat und Gärtnermeister) und Franz Langer (ehemaliger Kirchenpfleger). © Halmel

Wessobrunn – Weltweit gibt es laut Schätzungen etwa 20 000 Apfelsorten. Mengenmäßig sind aber nur zwanzig von Bedeutung.

Das möchte die Initiative „Apfel.Birne.Berge – Alte Obstsorten im oberbayerischen Alpenvorraum“ ändern. Dazu werden in mehreren Landkreisen Schau- und Erhaltungsgärten für seltene regionale Apfel- und Birnensorten angelegt. Einer davon entsteht in Wessobrunn. Das Startsignal dazu wurde am zweiten internationalen Tag der Streuobstwiese gegeben, als sich alle Projektbeteiligten auf der Wiese am nördlichen Ortsausgang der Klostergemeinde, die für dieses Projekt ausgewählt wurde, zusammenfanden.

„Beim Obst hat sich in den letzten Jahren einiges zum Negativen entwickelt. Am besten sollten die Äpfel viereckig sein, damit man sie besser stapeln kann“, erklärte Wolfgang Taffertshofer, der stellvertretende Landrat, der als Landwirt mit der Thematik durchaus vertraut ist, bei der Begrüßung. „Das Projekt ist genau das Gegenteil davon und es ist nicht nur für das Obst, sondern auch für die Insekten und Tiere gut“, ergänzte Taffertshofer. „Ich bin froh, dass ein Gesinnungswandel stattfindet, denn es ist wichtig, die genetische Vielfalt und die alten Sorten zu erhalten“, dankte Taffertshofen allen, die sich an dem langfristig angelegten Projekt beteiligen. „Ich freue mich, dass wir dazu unseren Grund beisteuern können. Es ist vielleicht nur eine kleine Sache, aber viele kleine Sachen haben auch eine Wirkung“, sagte Ruth Schönenberger, die Priorin der Missions-Benediktinerinnen in Tutzing, die die rund 9 000 Quadratmeter große Wiese, den „Schwesternacker“, und ein ähnlich großes Areal auf der Klosterweide für das Projekt zur Verfügung stellen. „Wir haben über viele Jahre Obst kartiert und tausende Sorten gefunden. 260 Sorten befinden sich in der Nachzucht, wovon gut 80 in Wessobrunn angepflanzt werden sollen“, berichtete Eva Bichler-Öttl, die Projektmanagerin von „Apfel.Birne.Berge“. Bei der Initiative haben sich sechs Landkreise, in denen jeweils ein solcher Sortenerhaltungsgarten entstehen soll, zusammengeschlossen. „Hier in Wessobrunn ist ein ganz toller Platz“, lobte Bichler-Öttl beim Blick auf die dort bereits vorhandenen Apfelbäume und das eindrucksvolle Alpenpanorama im Hintergrund.

„Es ist ein traumhaftes Projekt an einen traumhaften Standort“, schloss sich Wessobrunns Bürgermeister Georg Guggemos, der zudem die harmonische Zusammenarbeit aller Beteiligter hervorhob, der Einschätzung an. „In der Kirchenverwaltung sind alle davon hellauf begeistert“, freute sich auch Kirchenpfleger Rupert Sedlmayr über das Projekt, das von verschiedensten Stellen gefördert wird.

„Mit den engagierten Leuten hier vor Ort, dem Kloster und der Lage unweit der Gaststätte passt es hier in Wessobrunn einfach hervorragend“, meinte Johann-Christian Hannemann von der Kreisfachberatung für Gartenkultur. „Jetzt hoffen wir, dass in der Baumschule alles glatt läuft und kein Hagel reinkommt“, schloss Hannemann. Geplant ist dann im Herbst 2023 die Bäume zu pflanzen, die etwa fünf Jahre später erstmals Obst tragen werden. Dann sollen auch Besucher die Streuobstwiese erkunden können.

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