Landratsamt stellt neue Rubrik im "Sozialatlas" vor

"Dein Mut macht mir Mut"

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Stellen die Neuerung im Sozialatlas vor (v.li.): Emilie Schäffler, Johanna Röske, Jürgen Kress, Gertraud Bauer, Jenny Ott und Hans Rehbehn.

Landkreis – Die Diagnose Krebs trifft jeden Betroffenen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das Leben wird von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Was folgt sind Therapien und Besuche beim Arzt. Doch welcher Arzt kann speziell auf die jeweiligen Bedürfnisse eingehen, welche Angebote gibt es im Landkreis überhaupt zum Thema Krebserkrankung und wo kann man sich mit anderen Betroffenen austauschen?

Hilfe bietet das Online-Portal „Sozialatlas“, das wie eine Art „Google“ für soziale Angebote wie Ausbildung, Wohnen, Gesundheit oder Mobilität funktioniert. Neben diesen und weiteren Angeboten aus dem Bereich Medizin und Selbsthilfegruppen wurde das Portal vor Kurzem um die Rubrik „Hilfe für Krebspatienten“ erweitert.

In Zusammenarbeit mit Ärzten, Krankenhäusern und Selbsthilfegruppen des Landkreises sollte die onkologische Versorgung in Weilheim-Schongau bekannt gemacht werden, erklärte Jenny Ott, Geschäftsstellenleiterin Gesundheitsregion plus des Landratsamtes Weilheim-Schongau, bei der Vorstellung der neuen Rubrik. Oft werde im „bundesweiten Trend der Zentrumsversorgung“ nicht berücksichtigt, dass die Betroffenen dort nicht immer den selben Ansprechpartner haben und mit ihren Problemen alleine gelassen werden. In der Rubrik „Hilfe für Krebspatienten“ im „Sozialatlas“ lassen sich nun alle Angebote und Hilfestellungen rund um das Thema „Krebsdiagnose“ speziell im Landkreis finden. Laut Ott gebe es allein im Landkreis im Schnitt 450 Neuerkrankungen im Jahr. Eine Analyse der Hochschule München und des AMW Institutes München ergab, dass die häufigsten Krebserkrankungen in Weilheim-Schongau bei Männern der Prostata- und bei Frauen der Brustkrebs sind.

Im „Sozialatlas“ lassen sich nun die verschiedenen Arztpraxen mit Kontaktdaten, Websites, E-Mail- Adressen, Routenplaner und mehr finden. Zudem gibt es Eintragungen zu Selbsthilfegruppen für Krebskranke. Bei der Präsentation der Neuerungen wurden drei kurz vorgestellt: Die Selbsthilfegruppe Brustkrebs Weilheim, 2016 von Gertraud Bauer gegründet, die Krebs-Selbsthilfegruppe Schongau, vor 16 Jahren gegründet und unter der Leitung von Emilie Schäffler sowie die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Weilheim mit dem stellvertretenden Leiter Jürgen Kress. „Es gibt noch zu wenig Leute, weil sie Angst davor haben, ihre Krankheit öffentlich zu machen“, so Kress. Dabei habe das Ganze eine „wunderbare Funktion“. „Mut, den man bei anderen sieht, gibt einem selbst Mut“, so Bauer. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe, wir unterstützen uns gegenseitig, wollen Hoffnung schöpfen und Ängste überwinden“, erklärte Schäffler. Laut Ott solle es in Zukunft noch eine weitere Rubrik geben, eine für Apotheken.

Von Maria Lindner

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